08.11.2017

28 Jahre nach einer legendären Pressekonferenz

28 Jahre nach einer legendären Pressekonferenz

Dort, wo Stacheldraht und Grenzposten die DDR vor den Faschisten aus dem Westen schützen sollten, schlendern heute Touristen an den Mauerresten der gemeinsamen Geschichte Deutschlands vorbei. Die Trennung von Ost und West dauerte lange, und für viele Menschen waren es schlimme 28 Jahre der Unterdrückung und der Demütigung. Und dann ging doch alles blitzschnell. Von der ersten Leipziger Montagsdemonstration und dem Freiheitsruf „Wir sind das Volk“, bis hin zu einem geschichtsträchtigen Zettel des Politbüro-Mitglieds Günter Schabowski, mit dem folgenreichsten Versehen der DDR-Historie, dauerte es nur zwei Monate und fünf Tage. -

Während eines langweiligen Referats über Fragen zu Reformen der Partei, der Wirtschaft und der Gesellschaft, wurde der SED-Funktionär von einem italienischen Journalisten zum neuen Reisegesetz der DDR befragt. Schabowski antwortete zögerlich und suchend nach einem Zettel, den ihm der neue SED- Generalsekretär Egon Krenz kurz zuvor zugesteckt hatte. Dann fielen die legendären Halbsätze, die Geschichte schrieben.

Das trifft nach meiner Kenntnis ... ist das sofort, unverzüglich", haspelte Schabowski vor sich hin. Von einer geplanten Sperrfrist bis zum kommenden Morgen wusste er nichts.

Die Nachricht der „angeblichen“ Grenzöffnung verbreitete sich wie ein Lauffeuer. War die Mauer tatsächlich offen? Zehntausende Berliner ließen ungläubig alles stehen und liegen und strömten noch spät am Abend an die Schlagbäume ihrer Stadt. Und tatsächlich, vor ihnen lag die Freiheit, die sie sich so lange erträumt, und zum Schluss sogar friedlich erkämpft hatten. -

Heute, wiederum 28 Jahre nach dem legendären Mauerfall und der nicht weniger legendären Begrüßungszeremonie „Trabbi-Klopfen“, haben „Ossis“ und „Wessis“ noch immer nicht die Balance ihrer damaligen Träume gefunden. Das Zusammenwachsen der Menschen in West und Ost gleicht eher Mini-Schritten. Obwohl der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl die Gunst der Stunde nutzte, und die Einheit mit dem Zwei-Plus-Vier- Vertrag im Rekordtempo herbeiführte, glich sein alternativloses Handeln vielen ehemaligen DDR-Bürgern eher einem Überfall-Kommando, das ihnen die Eigenständigkeit untersagt. Denn innerhalb eines Jahres wurde ihnen das komplette Westsystem übergestülpt. Der alte Staat war weg, der neue noch fremd. Ein perfekter Boden für Unzufriedenheit mit den sozialen Verhältnissen und der politischen Praxis. - Arbeitslosigkeit, Wohnungsnot und Kriminalität schüren immer wieder die Meinung, dass Zuwanderer Schuld haben an den sozialen Problemen, die es, vordergründig beurteilt, so in der DDR nicht gab.

Das Gebot der Stunde heißt, die 10 Prozent, der meist Arbeitslosen im Osten, die sich ihre alte DDR zurückwünschen, besser zu integrieren. Es bedarf dazu beiderseitige Anstrengung. Kapitalanleger in Gold und Silber haben doch auch die gleichen Chancen auf dem Edelmetallmarkt. Ein Beispiel dafür, dass eigene Initiativen sich immer lohnen. Jetzt, da der Goldpreis die herbstlich, goldene Jahreszeit widerspiegelt, lohnt sich eine Goldanlage in Münzen und Barren ganz besonders. Thomas Straub / valvero Sachwerte GmbH, Berlin



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