05.01.2018

Wichtige Änderungen im Steuergesetz ab 2018

Wichtige Änderungen im Steuergesetz ab 2018

Es sind wohl nur ein paar „Auserwählte“ die davon überzeugt sind, dass es mit der Steuergerechtigkeit in Deutschland gut bestellt ist. Ihr exorbitant guter Kontostand verlangt diesbezüglich kein Misstrauen gegenüber der Obrigkeit.

Der andere, und weitaus größere Teil der Bevölkerung ist sich hingegen sicher, dass unser Land ein wahrer Musterstaat beim Abkassieren der kleinen Leute ist. Und zwar, nur der kleinen Leute. Dass ihr Empfinden nicht von ungefähr kommt, zeigen die Steuerschlupflöcher der Reichen und die Tatsache, dass dem sogenannten „kleinen Mann“ nahezu 50 Prozent vom Einkommen einbehalten wird. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass die jährliche Einkommensteuererklärung den meisten Menschen die Zornesröte ins Gesicht treibt. Und das alles trotz hoher staatlicher Überschüsse.

Bei allem persönlichen Ärger über diese steuerliche „Schieflage“, hat jeder Steuerzahler die Pflicht, sich über neuerliche Gesetzesänderungen zu informieren und danach zu handeln. Meistens treten diese zu Beginn eines neuen Jahres in Kraft.

2018 ist wieder so ein Jahr, das mit Änderungen am Steuergesetz aufwartet. Auch wenn es nur kleine Stellschrauben sind, die vom Finanzausschuss des Deutschen Bundestages neu justiert wurden. Sie haben  dennoch spürbare Auswirkungen auf den gesamten „Prozess“ einer Steuererklärung. Von der Art und Weise der Übersendung bis hin zur Verlängerung des Abgabetermins respektive der Festsetzung eines Verspätungszuschlags. -

Die Entscheidung, eine Steuererklärung mit oder ohne fachliche Hilfe zu erstellen, bleibt jedem selbst überlassen. Ab dem Steuerjahr 2018 müssen alle Steuererklärungen bis zum 31. Juli des darauffolgenden Jahres beim Finanzamt eingegangen sein. Wird ein Steuerberater beauftragt, verlängert sich künftig die Abgabefrist bis zum 28/29. Februar des übernächsten Jahres. Begründet wird diese Fristverlängerung mit der notwendigen Beratungs- und Einarbeitungszeit des Steuerberaters. Vorab angeforderte Steuerklärungen bilden die Ausnahme. Für ihre Erstellung billigt das Finanzamt eine Bearbeitungszeit von mindestens 4 Monaten zu.

Die Verlängerung der Steuererklärungsfristen birgt aber gleichzeitig die Gefahr, bei Nichteinhaltung des Abgabetermins, schneller mit Verspätungszuschlägen konfrontiert zu werden. Jeder angefangene Monat wird mit einem Verspätungszuschlag von mindestens 25 Euro, beziehungsweise 0,25 Prozent der fälligen Steuernachzahlung belegt. Das gilt auch bei einer Nullfestsetzung.

Dass Belege zukünftig nicht mehr eingereicht werden müssen, vereinfacht die Steuererklärung. Die Neufassung des Steuergesetzes sieht statt einer  Belegvorhaltepflicht eine Belegvorlagepflicht vor.

Die Digitalisierung macht auch vor der Steuererklärung nicht Halt. In Zukunft werden die meisten Steuererklärungen mithilfe des Kollegen Computer bearbeitet. Ausnahmen sind sogenannte „prüfungsbedürftige Fälle“, die mittels eines Risikofilters aussortiert werden. Des Weiteren baut sich die gesamte Kommunikation und Datenübertragung von Steuererklärungen und -bescheiden weiter auf die 2914 eingeführte „vorausgefüllte Steuererklärung“ auf. Bei etwaigen Fehlern sind künftig auch nachträgliche Änderungen möglich. -

Leben ist Veränderung. In einer Welt der stetigen Veränderungen tut es oftmals auch gut, wenn  bewährte Dinge bleiben wie sie sind. So ein „wohltuendes Ruhekissen“ bietet weiterhin eine Kapitalanlage in Gold und Silber. Auch jahresübergreifend! Thomas Straub / valvero Sachwerte GmbH, Berlin



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