01.02.2018

Der bittersüße Nachgeschmack von DAVOS oder wie Konzernchefs sich der Lächerlichkeit hingeben

Der bittersüße Nachgeschmack von DAVOS oder wie Konzernchefs sich der Lächerlichkeit hingeben

Er kam mit sparsamen Gesten und einem auf Harmonie geklickten Gesichtsausdruck. Seinem Naturell entsprechend Königinnen ähnlich!

Wer gedacht hatte, Trump würde wie ein Irrwisch in Davos einfallen und vor dem Weltwirtschaftsforum sein Mantra „America First“ der Weltelite in die Köpfe hämmern, traute seinen Ohren nicht. Frieden und Reichtum für alle, war seine zarte Botschaft. Seine ungehobelte Verbalakrobatik im Stile von „Dreckslochländern“ hatte der verkniffen dreinschauende und braungebrannte Regierungschef aus Washington hörbar einem Weichspülgang unterzogen. Eher zahm und etwas milde versuchte er seine Sicht der Dinge fehlerfrei vom Teleprompter abzulesen. Ob es daran lag, dass sein Haus und Hof-Schreiberling Stephen Miller dieses Mal seine aggressiven und provokanten Finger nicht im Spiel hatte weil er für eine andere Rede Müll sortiert ist nicht bestätigt. Dennoch, auch ohne die verlotterte und bisweilen realitätsfremde Semantik des Genannten zelebrierte Trump ein glorreiches Selbstbildnis, nebst seiner angestoßenen „Wohltaten für alle“. Diese wolle er aber nicht alleine zur absoluten Blüte bringen sondern mit seinen global verstreuten Freunden aus Wirtschaft und Politik. Ergriffenheit machte sich breit. Verzückung gar war zu spüren.

Dann geschah etwas, was an Peinlichkeit kaum noch zu überbieten ist. Während eines Dinners mit Donald Trump lobhudelten die explizit dafür geladenen zehn internationalen Wirtschaftsbosse von SAP über Adidas bis hin zu Siemens und Bayer ihrem Gastgeber zu, dass jeder Otto-Normalverbraucher sich fremdschämend abgewandt hätte.

Gestandene Wirtschaftsbosse vergaßen neben mannshohen Amerikafahnen ihre geistige Herkunft. Sie schrumpften vor Ehrerbietung und verbalen Bücklingen zu kleinen Schuljungen, die ihrem Lehrer artig das Gelernte herunterbeten. Dass sie sich dabei vor Eifer nicht gegenseitig ins Wort fielen war alles. Der Meister lächelte zufrieden. Denn mit dem, was er von den Boni gewohnten Vorstandsbossen großer Weltklasseunternehmen vor laufenden Kameras zugeflüstert bekam, sah er sich jetzt schon im Stillen in seiner Heimat groß auftrumpfen.

Adidas-Chef Kasper Rorsted verwies ergeben auf die gerade in Georgia eröffnete automatisierte Schuhfabrik. Bayer-Chef Werner Baumann brüstete sich mit einer geplanten 16-Milliarden-Dollar-Investition, die Trump nur beiläufig als „wirklich toll“ bezeichnete.

Als DER Streber des Abends entpuppte sich Siemens Boss Joe Kaeser. Statt die Gelegenheit zu nutzen, Trump endlich einmal die Meinung zu geigen, verkauft er eine bereits vor Wochen gefällte Entscheidung, Gasturbinen in Amerika produzieren zu lassen, als spontane Reaktion auf Trumps geniale Steuerreform. Übrigens, das ist der gleiche Herr, der in Deutschland Siemens-Standorte in Görlitz und Leipzig schließen, und mehrere tausend Mitarbeiter in die Arbeitslosigkeit entlassen will. Noch Fragen? Besser nicht. –

Was das Elitetreffen von Davos politisch und wirtschaftlich bringt, steht noch in den Sternen. Sicherlich wird das Wort „Enttäuschung“ einige Berichte und Pressetexte dominieren. Das genaue Gegenteil erleben Anleger in Gold und Silber, die ihr Vertrauen in die Hände der Valvero Sachwerte GmbH legen. Anleger, die hier ihr Geld in Edelmetalle tauschen, werden nicht enttäuscht sein! Thomas Straub / valvero Sachwerte GmbH, Berlin


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