07.02.2018

Wer oder was kommt nach Merkel?

Wer oder was kommt nach Merkel?

Für potenzielle Nachfolger, die unruhig in den Karrierestartlöchern stehen, stellt sich die Frage genau in der Reihenfolge. Erst die Person, dann die Sache. Weniger Ambitionierte gehen mit dem Thema entspannter um.

Wechsel ist in der Demokratie ein vorgesehenes Ritual, also völlig normal. Ein selbstbestimmter Ausstieg mit geordneter Nachfolge - das zeigt die Vergangenheit – wohl eher nicht.

Ob in der freien Wirtschaft oder in der Politik oder gar in der Kirche. Menschen, die es geschafft haben, erfolgreich zu sein und ganz oben zu stehen, eint in den letzten „Zügen ihrer Amtszeit“ ein gemeinsames und oft bitterböses Schicksal. Sie werden zu Gejagten. Nicht selten trachten gerade Nahestehende, Vertraute, Parteifreunde oder Glaubensbrüder nach ihrer Stellung und ihrem Ansehen. Haben sich erst einmal kleine Schwächen und Misserfolge gezeigt, wird der Platz an der Sonne von der nachrückenden „Gefolgschaft“ mit Tretminen gepflastert. Es wird ungemütlich. Die in unser aller Leben zwangsakzeptierte, weil unabänderliche, Endlichkeit des Seins, lässt auf einmal mitten Im Leben bittersüß grüßen.

Diese ersten nett gemeinten Grußbotschaften ihrer Karriere erhält in diesen Tagen auch Angela Merkel. Ihres Zeichens Geschäftsführende Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland und CDU-Vorsitzende. Ihr Markenzeichen: Die Politik der kleinen Schritte. Den Beinamen „Krisenkanzlerin“ erarbeitet sie sich in Zeiten größter Herausforderungen, wie der Finanzkrise, und dann in der Eurokrise. „Forbes“ kürt sie mehrfach zur mächtigsten Frau der Welt. Bald schon heißt das Programm der CDU: Angela Merkel. Sie wandelt auf einem Zenit im Dauermodus.

Bei der gefühlt verlorenen Bundestagswahl 2017 und der danach gescheiterten Jamaika-Sondierung lässt die unangefochtene Nr.1 plötzlich Federn. Sogleich wabert ein Hauch von Putsch durch die Lüfte der eigenen Partei. Die Worte Wahlverliererin, Vertrauensverlust, ja sogar Rücktritt vom Parteivorsitz machen die Runde. Wer schwächelt, das weiß auch Frau Merkel, gerät ins Fadenkreuz liebgewonnener Mitstreiter.

Die einen nennen diese Ränkespiele der Macht „intern festgeschriebene Rotation“, die ja irgendwann einmal in die Tat umgesetzt werden müsse. Die andern taufen das Kind auf den freundlichen Namen „natürlicher Werdegang“. Andere wiederum entschuldigen sich förmlich mit der Weisheit, dass Demokratie doch bitteschön vom Wechsel lebe. Alle haben aber nur eins im Sinn. Nämlich sich selbst im Lichte wiederzufinden!

Gefragt nach der Kanzlertauglichkeit für die anstehende Post-Merkel-Ära, heben in der CDU einige Herrschaften der Generation 35 Plus vogelwild die Hände. Wie es scheint, zu voreilig. Denn die Hürden, die die Kanzlerin in 12 Jahren Kanzlerschaft aufgestellt hat, sind hoch und allein mit zugespitzten medientauglichen Botschaften von elitären Alleskönnern oder immerlustigen Weinköniginnen nicht zu überspringen.

Sie sollten wissen, wenn Frösche sich zu sehr aufblasen, platzen sie! -

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