14.02.2018

Von der Schuldenaufnahme bis zur Schwarzen Null

Von der Schuldenaufnahme bis zur „Schwarzen Null“
(Grafik siehe unten)
Schon in frühen Kindertagen versuchen Eltern ihren Kindern das Sparen beizubringen. Ihre Argumente sind schlüssig und verweisen zu Recht auf schlechte Zeiten, in denen man vom Ersparten leben kann. Schulden machen, so ihr Tenor heißt, über seine eigenen Verhältnisse leben. Und das führe erfahrungsgemäß, ob früher oder später, in die Zahlungsunfähigkeit, sprich Pleite.

Vom umschwärmten Sparschwein im Kinderzimmer bis zu den Finanzministern und Kämmerern in den Ländern Städten und Gemeinden ist es nicht sonderlich weit. Denn auch dort gilt die Regel: Wer mehr Geld ausgibt, als er hat, steht irgendwann vor großen finanziellen Problemen.

Dass auch Staaten pleitegehen können, ist nicht neu. Erst kürzlich stand Griechenland vor dem finanziellen Kollaps. Auch die Ukraine und Venezuela sind die nächsten Pleite-Kandidaten. Ohne frisches Geld aus dem Ausland lässt sich auch ihr Staatsbankrott nicht verhindern. Auch Deutschland war in den 1950 er Jahren faktisch pleite. Dass es nicht zum Supergau kam verdankt Deutschland der Regierung unter Kanzler Konrad Adenauer die mit 20 Ländern das „Londoner Schuldenabkommen“ aushandelte. Anders als im privaten Leben sind Kreditbeziehungen zwischen Staaten und Gläubigern belastbarer. Eine dauerhafte Staatsverschuldung, die mit öffentlichen Investitionen begründet wird, muss nicht zwangsläufig ins Verderben führen. Obwohl Deutschland die Wiedervereinigung zu schultern hatte - Kosten ca. 2 Billionen Euro -, konnte 2013 die Staatsverschuldung erstmals seit 1950 gesenkt werden.

Der Weg aus dem Dilemma

Der neue Bundeshaushalt für 2018 birgt zum fünften Mal in Folge die „Schwarze Null“. Das heißt, dass der Staat seit 5 Jahren ein ausgeglichenes Budget aufweist, bei dem die Ausgaben (337 Mrd. Euro, plus 2,6 Prozent ggü. 2017) die Einnahmen (337 Mrd. Euro) nicht übersteigen, und somit größere Investitions- und Gestaltungsmöglichkeiten für die nächste Legislaturperiode ins Auge gefasst werden können. Hört sich doch gut an, oder?

„Alle Welt“ glaubt, dass die „Schwarze Null“ ein Steckenpferd - oder sollte man besser sagen ein Glaubensbekenntnis - des früheren Finanzministers Wolfgang Schäuble ist. Klar, einen Bundeshaushalt zu servieren, der ohne Schulden auskommt, kann auch nützlich für kommende Wahlkämpfe sein. –

Aber ist die sogenannte „Schwarze Null“ auch ökonomisch sinnvoll? Die führenden Wirtschaftsinstitute sprechen von einer Überhitzung der Volkswirtschaft. Freie Stellen, boomender Immobilienmarkt, Export auf Weltmeister Kurs. Der Kopf der Wirtschaftsweisen sagt sparen, ihr Herz Geld ausgeben. Wie also umgehen mit dem Dogma der schwarzen Null in Zeiten der Unwägbarkeiten Flüchtlingskrise, Rezession, Brexit, geopolitische Verwerfungen, Katalonien und, und, und? Auch in finanziell leichteren Zeiten ist Regierungskunst gefragt. Das bedeutet: Eventualitäten vordenken und gefasst sein auf das Undenkbare. Steckenpferde und Glaubensbekenntnisse haben dabei nichts zu suchen. -

Schwarze Null hin oder her. Der Klügere baut auch in guten Zeiten vor. Und zwar mit Gold als sichere Wertanlage. Die beste Möglichkeit, eine Entwertung des eigenen Finanzvermögens im Falle einer Inflation zu umgehen. Thomas Straub / valvero Sachwerte GmbH, Berlin

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