23.05.2018

Der steinige Weg einer Volkspartei

Der steinige Weg einer Volkspartei

Quote und Proporz sind erfüllt. Die Große alte Dame SPD hat ihr Feld neu bestellt. -

Nach der bitteren Wahlniederlage vom September 2017 versucht die SPD erneut in der großen Koalition  zu punkten. Ihr Anspruch als Volkspartei vom Wähler wahrgenommen zu werden ist dabei ungebrochen. Dass nicht nur der Zahn der Zeit fleißig an diesem Anspruch nagt, sondern auch die parteiinterne Uneinigkeit, zeigt die Unbeholfenheit mit der die SPD Ihre neuen Minister ins Rennen geschickt hat. Der ach so wahre  Spruch, dass die Macht nur geliehen ist und vom Volk gewährt wird gefällt nicht jedem in der Partei. Vor allem dann nicht, wenn das Blitzlichtgewitter der Medien plötzlich auf andere herunterprasselt. Aber so ist das nun einmal mit der Erneuerung, die die SPD sich vollmundig auf ihre knallroten Fahnen geschrieben hat. Der eine kommt, der andere geht. Wer könnte davon nicht mehr Lieder singen, als der frühere SPD-Heilsbringer Martin Schulz oder sein Vorgänger im Amt und Bundesaußenminister a.D. Sigmar Gabriel. Beide haben den Überholkurs der SPD mit sich selbst am eigenen Ego schmerzlich miterleben müssen. Und plötzlich - oder soll man sagen endlich, wie von höheren Mächten inszeniert - wird das Gelingen eines Neustarts in die Hände einer Frau gelegt. Das ist aber auch nur halbherzig mit 66 % gelungen und macht die große SPD vergangener Zeiten nicht wirklich zu einer geheilten Volkspartei. Um wieder einmal einen SPD-Kanzler oder gar eine SPD-Kanzlerin stellen zu können, muss die SPD noch einige Hürden - auch die selbstaufgestellten - überspringen. Oder besser gesagt, mit sich selbst im Reinen sein. Aber auch von diesem Ziel ist sie noch weit entfernt.

Wäre es nicht jetzt gerade an der Zeit, eine Gegenspielerin oder ein Gegenspieler zu Angela Merkel aufzustellen? Vorbereitet zu sein für die Zeit nach ihr? Sich selbst in Stockstarre beim Schrumpfen zuzusehen kann nicht des Rätsels Lösung sein. Und jammern, dass der Wähler sie nicht verstanden hat, schon gar nicht. Da muss innerparteilich weitaus mehr passieren, der Blick fürs Detail geschärft werden. Gerade jetzt, wo die Jungspunde der SPD (Jusos) genau das einfordern, um nicht wieder nur als Anhängsel der Union dazustehen, verpufft ein möglicher Neuanfang im täglichen Regierungsbetrieb. Laut infratest dimap vom 18.5.2018 liegt die SPD bei der „Sonntagsfrage“ (bundesweit und repräsentativ) bei katastrophalen 17%.

Schaut man sich die gut gemeinten Ratschläge der ehemaligen SPD Granden wie Klaus von Dohnany oder Franz Müntefering an – die alle leider nicht aus fruchtbaren Boden fallen - scheint die Kunst der Selbstzerfleischung der SPD nicht beendet zu sein. Schade an sich, denn genau solche Volksparteien wie die alte SPD von Kurt Schumacher, Erich Ollenhauer und Egon Bahr, Helmut Schmidt und Karl Schiller bedarf es in Zeiten von AfD und wachsendem Rechtsruck. -   

Und wie reagiert der Goldpreis? So unaufgeregt und vertrauenswürdig, wie es sich Kapitalanleger in physische Edelmetalle nur wünschen können. Volksnah, berechenbar, lebendig und vertrauenswürdig. Attribute, die auch der SPD irgendwie gut tun würden. Thomas Straub / valvero Sachwerte GmbH, Berlin


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