20.06.2018

Die Flüchtlingskrise – Wie aus einer Schlagzeile ein schnödes Schlagwort wurde, das die Welt in Atem hält

Die Flüchtlingskrise – Wie aus einer Schlagzeile ein schnödes Schlagwort wurde, das die Welt in Atem hält

Was zu einer der schlimmsten Katastrophe nach dem 2. Weltkrieg wurde, begann im Frühling 2011 in Syrien. In einem Staat, der zwar mit harter Hand regiert wurde, aber auch genauso Urlaubsziel vieler Menschen war. Schüler und Jugendliche begehrten auf, wollten mehr Freiheit und brachten ihren Unmut über den Polizeistaat durch regimekritische Slogans an Häuserwänden zum Ausdruck. Sicherlich waren Sie auch angespornt und inspiriert durch eine Serie von Protesten des historischen „Arabischen Frühling“, ausgehend von Tunesien im Dezember 2010.

Die Reaktion des Staates, an seiner Spitze Präsident Baschar Al-Assad, konnte brutaler und grausamer nicht sein. Verhaftungen und Folter sind an der Tagesordnung. Lebensmittel werden knapp, mitunter werden Stromleitungen gekappt, um keine Handy-Akkus aufladen zu können. Zeugen sind unerwünscht!

Im Nachbarstaat Jordanien läuten derweil die Alarmglocken. Zum ersten Mal fällt das Wort „Flüchtlingswelle“. Über Nacht kennt die Not keine Grenzen. Normal arbeitende Menschen werden zu Almosenempfängern, die alles verlieren und nur noch um das eine kämpfen, ihre Würde. Die Hilferufe werden immer lauter. Ein Diktator massakriert sein Volk und keiner will es mitbekommen. Kein Barack Obama, keine Vereinten Nationen, auch keine Angela Merkel und ihre Regierung. Die Welt schaut weg. Was läuft da bloß schief? -

Während im Internet manipulierte Bilder kursieren und nicht einmal die Journalisten vor Ort wissen was wahr ist und was nicht machen sich immer mehr Menschen Richtung Europa auf um dieser Hölle zu entfliehen. Sie alle haben nur noch ein Ziel: Ein besseres Leben. Ohne Todesangst, ohne Terror, ohne Leid. Alles scheint für sie besser zu sein als das, was sie erleben. -

Mittlerweile hat auch Europa die Flüchtlingskrise auf seiner Tagesordnung. Und zwar die bittere Tatsache, und nicht nur das irgendwo in Nahost geborene „Allerweltswort“ Flüchtlingskrise.

Aber Europa ist irritiert, geschockt, sprachlos. Europa wird von seiner Untätigkeit übermannt, und von der plötzlich hereinbrechenden Wahrheit überrascht. Für Europa bleibt zunächst nur das menschenunwürdige Sortieren. Wer darf rein, wer nicht? Wer ist Kriegsflüchtling, wer Wirtschaftsmigrant und vor allem, wer muss zurück in die Hölle? Um Versäumtes nachzuholen, bleibt dem sonst so „taffen Europa“ keine Zeit. Eine erbärmliche Erkenntnis bahnt sich ihren Weg. Derweil sterben weiter unzählige Menschen im Mittelmeer und auf der „Balkanroute“. Im September 2015 findet die Flüchtlingskrise nicht mehr nur im Fernsehen statt.

Sie hat es auf die Agenda der Weltpolitik geschafft. Die Meinungen, wie man diese Jahrhundertkrise bewältigen kann gehen weit auseinander. Auch in Europa, das noch in den Kinderschuhen steckt, scheiden sich die Geister. Der sich gerade zusammenraufende Kontinent steht wie schon lange nicht mehr auf dem Prüfstand der Geschichte. Ein absehbares Ende ist nicht in Sicht! Selbst ein Scheitern der Idee „Europa“ ist längst nicht mehr ausgeschlossen.

In einem friedlichen Land zu leben, ohne Repressalien und Todesangst, übertüncht alle materiellen Interessen. Aber vielleicht erwächst gerade daraus die demütige Erkenntnis, wie wertvoll es ist, in Frieden für die Zukunft planen zu können. Mit dieser Demut erfährt eine Kapitalanlage in Goldmünzen oder Silberbarren eine ganz andere Wertschätzung.

Thomas Straub / valvero Sachwerte GmbH, Berlin



© 2018 valvero Sachwerte GmbH