15.08.2018

Venezuela - Ein Land am Randes des Worst Case

Venezuela - Ein Land am Randes des Worst Case

Gelegen ist die ehemalige spanische Kolonie Venezuela an der Karibikküste im Norden Südamerikas. Das Land mit seinen knapp 32 Millionen Einwohnern besitzt die größten Ölreserven der Welt. Was wäre damit nicht alles möglich gewesen, wenn, ja wenn die Geschichte es mit Venezuela doch bloß ein bisschen besser gemeint hätte. Aber statt Shopping-Malls und Wasserspiele der Superlative vor luxuriösen Wolkenkratzern, sind in der venezolanischen Hauptstadt Caracas Armenviertel, Inflation, Misswirtschaft, Korruption, leere Supermärkte und eine Mordrate zuhause, die weltweit ihres Gleichen suchen.

Bei der Betrachtung dieser Misere stellt sich dem  Beobachter immer wieder die eine Frage: Wie ruiniert man so ein reiches Ölland, das aufgrund seiner Schulden und einer sich immer noch verschärfenden Versorgungskrise schon gar nicht mehr existieren dürfte?

Die Unfähigkeit für den Blick in die Zukunft

Am Anfang des Ruins stand der Verfall des Ölpreises. Der traf das Land mit dem einzigen Wirtschaftszweig Öl 1983 bitterböse ins Mark. Die danach begangenen innenpolitischen Fehler lassen sich wie Perlen einer Kette nahtlos aneinanderreihen: Misswirtschaft der Eliten bei gleichzeitig mangelhafter Bildungspolitik,  Vernachlässigung anderer Wirtschaftszweige, Fehlinvestitionen und vor allem Korruption, Veruntreuung und Kapitalflucht machten das Land kaputt.

Was folgte, war eine anhaltende landesweite Wirtschaftskrise mit immer höheren Auslandsschulden. Diese wuchsen innerhalb eines Jahrzehnts auf 45 Milliarden US-Dollar an. Die Reaktion des Volkes auf Preiserhöhungen und mangelnde Versorgung waren Aufstände und Hungerrevolten. Bei der gewaltsamen Niederschlagung 1989 starben nach inoffiziellen Angaben bis zu 3.000 Menschen. Der perfekte Boden für eine Machtverschiebung hin zum Militär war bereitet.

1998 putschte sich einer ins Präsidentenamt der angeblich für ökonomische Unabhängigkeit stand, die Gesellschaft sozialistisch neu ausrichten wollte, und gegen Korruption war. Hugo Chávez, militärischer Offizier und Begründer der revolutionären  Bolivarischen Revolutuion. 2006 und 2010 wurde Chávez mit über 60 Prozent der Stimmen im Präsidentenamt bestätigt.

Venezuelas Untergang in  Zahlen

Der promovierte venezolanische Wirtschaftsgelehrte José Guerra gibt zu bedenken, dass seit Chávez` Machergreifung mehr als 1 Billion US-Dollar aus Ölexporten ins Land geflossen seien. Und stellt gleich danach die Gretchenfrage, wo denn das viele Geld geblieben sei. Seine Mutmaßung: Veruntreuung, Misswirtschaft, Kapitalflucht. Und diese kurze und bündige Umschreibung untermauert der Ökonom Guerra - zurzeit Abgeordneter einer zerstrittenen Opposition im machtlosen Parlament von Caracas - mit den Fakten 740 Prozent Inflationsrate und einem Auslandschuldenberg von ca. 140 Milliarden US-Dollar.

Auch nach Chávez` Tod 2013 kam das Land mit seinem Nachfolger Nicolás Maduro sprichwörtlich „vom Regen in die Traufe“ und Schuld haben immer die anderen. Selbst der jüngste Anschlag auf den Präsidenten wird dem Nachbarstaat Kolumbien in die Schuhe geschoben. Auf die Idee zu kommen, dass das eigene Volk nicht mehr will und auch nicht mehr kann, kommt Nicolás Maduro nicht. Ein ganzes Land radiert sich selber aus. –

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Thomas Straub / valvero Sachwerte GmbH, Berlin



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