26.08.2018

Die Krisenwährung Gold schwächelt

Die Krisenwährung Gold schwächelt

Gold wird seinem Ruf als Krisenwährung derzeit nicht gerecht. Trotz zahlreicher politischer Spannungen in der Welt ist der Goldpreis seit Jahresanfang um fast 10 Prozent gesunken. Der Rekordwert von 1.920 US-Dollar im Jahr 2011 ist im Moment außer Sichtweite. Der Preis einer Feinunze (31,1, Gramm) kostet zur Zeit 1.190 Dollar. Das sind 40 Prozent weniger als vor sieben Jahren. Manch ein Aktienkäufer hat in diesem Zeitraum bis zu 85 Prozent verloren. Ein wichtiger Grund für das schwächelnde Gold ist der starke US-Dollar. Da Gold international in der US-Währung gehandelt wird, und die Nachfrage sinkt, fällt der Goldpreis. Die Erfahrung aber hat gezeigt, dass Gold das höchste und überlegene Wertaufbewahrungsmittel in Krisenzeiten ist, ganz besonders im Verlaufe von Aktienmarkt-Crashs.

Für vom Pech verfolgte Aktien Anleger haben manche Börsianer einengemeinen Ausspruch der lautet: „ Ihr Geld ist nicht weg – es gehört jetzt nur anderen“. Ähnlich ergeht es den deutschen Sparern. Auch ihr Geld ist nicht ganz weg – es landet jetzt aber in der Staatskasse, weil Bund, Länder und Gemeinden auf ihre Schulden keine Zinsen mehr zahlen müssen. Die gute Wirtschaftslage hat dem Staat im ersten Halbjahr einen Rekordüberschussvon 48 Milliarden Euro in die Staatskasse gebracht. Ginge es aber gerecht zu in der deutschen Politik, müsste wenigstens ein Teil davon in Form von Steuersenkungen an die Bürger zurückfließen, denen Nullzinsen schließlich einen Strich durch die Altersvorsorge machen. Auch aus Steuersicht lohnt ein Goldkauf. Für Goldanlagen – Münzen und Goldbarren – gilt die einjährige Spekulationsfrist.

Anleger müssen daher mehr oder weniger nur die Frist beachten. Liegt zwischen Kauf und Verkauf mehr als ein Jahr, dürfen Privatanleger den realisierten Gewinn aus dem Verkauf des gelben Metalls komplett steuerfrei einstreichen. Mit dem Finanzamt kommen sie nicht in Berührung.

Des weiteren ist Gold eine sichere Anlage zum Schutz gegen Währungs-turbulenzen und Handelskriege. Seit Jahrtausenden sind Gold und Silber die wertstabilsten Edelmetalle. Sie galten und gelten bis heute als Zahlungs- und Wertaufgewahrungsmittel und genießen hohe Anerkennung. Menschen verschiedener Kulturen und aller Epochen haben ihnen vertraut. Als Papierwährungen in der Vergangenheit ihren Wert verloren, blieben Gold und Silber stabil. Gold ist zudem auf der ganzen Welt anerkannt, was man vom Papiergeld nicht gerade behaupten kann. Zum Glück gibt es keine Notenbanken, die Gold oder Silber einfach so nachdrucken können.

Einer der wichtigsten Goldnachfrager ist nach wie vor Indien. Das liegt an der langen Tradition, zur Hochzeit vor allem Gold zu verschenken – als Schmuck der Braut, aber auch als Aussteuer. Die Hochzeitssaison beginnt Ende des dritten Quartals. In den letzten Jahren fiel die Nachfrage eher schwach aus. Das lag an der schwächelnden Wirtschaftslage. Inzwischen hat sich die indische Wirtschaft besser entwickelt, die Börse verzeichnet ein Allzeithoch, und die Leistungsbilanz ist wieder annähernd ausgeglichen. Die Stimmung ist gut und der Nachholbedarf in Sachen Goldkäufe groß.

Viele konservative Sparer sehen Gold nicht nur als Wertanlage, sondern auch als eine Art Versicherung für die Zeiten nach einem Crash an. Bei den meisten Versicherungen verliert man sein Geld, bei Gold jedoch nicht.

Gold ist Geld und war immer das beste Geld in der tausendjährigen Geschichte der Menschheit.

Hans-Joachim Weber / valvero Sachwerte GmbH, Berlin
 



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