17.10.2018

SPD - Nur noch dritte, vierte oder fünfte Kraft? Wenn aus Prognosen Wahrheiten werden

SPD - Nur noch dritte, vierte oder fünfte Kraft? Wenn aus Prognosen Wahrheiten werden

Was hat die „Alte Dame“ SPD denn bloß verbrochen, dass das Schicksal ihr so bitter mitspielt?

Diese Frage hört man landauf, landab immer wieder.

Und das beileibe nicht nur von der resignierenden Stammwählerschaft der einst so erfolgreichen Sozialdemokratie Deutschlands, nein, auch vom politischen Gegner der sein Mitleid trotz aller innerlicher Schadenfreude nicht verbergen kann. Dabei wäre es zu einfach, und für die SPD sogar fatal, den einfachen Weg aus einer bitteren Erkenntnis herauszugehen, dem Schicksal alles in die Schuhe zu schieben, ohne sich selbst infrage zustellen.

Abgesehen davon, wie lange ein schleichender Abstieg sich meistens durch viele kleine unscheinbare, aber warnende Puzzlestücke ankündigt, hat die SPD am Wahlabend des 24. Septembers 2017 ihren bis dahin absolut schwersten Schlag einstecken müssen. Aus schwindelerregenden Höhen einer Willy Brandt-Ära mit 45,8 Prozent aus dem Wahljahr 1972, schleppte sich die SPD unter der miserablen Leitung eines Martin Schulz’ mit 20,5 Prozent ins Ziel. Während der SPD damals das ominöse Misstrauensvotum des Kanzlerkandidaten der Union, Rainer Barzel, als Wahlkampfhilfe Pate stand, musste sich die derzeitige wahlschlappenerprobte Volkspartei SPD des Jahrgangs 2017 aus eigener Kraft behaupten. Das Ergebnis ist bekannt. Viele Genossen glaubten an jenem denkwürdigen Wahlabend, die Talsohle sei mit diesem Desaster erreicht, und dass es schlimmer nicht mehr kommen könne.

Aber mit dem Glauben scheint es so zu sein wie mit dem Schicksal. Nichts Genaues weiß man nicht. Umso größer ist die neuerliche Enttäuschung, dass es manchmal doch noch schlimmer geht als gedacht. Denn der Status Quo der SPD gleicht einem Gebäude, das Bekanntschaft mit einer Abrissbirne gemacht hat. Die für eine mögliche Bundestagswahl prognostizierten 17,5 Prozent machen aus der einst so stolzen Volkspartei SPD einen Trümmerhaufen. Der Weg in die Drittklassigkeit in der Parteienlandschaft scheint vorgezeichnet. Die konzeptlose, aber dafür dauerpöbelnde AfD, sitzt der SPD im Ranking-Nacken.

Die Ratlosigkeit der Genossen potenziert sich einmal mehr beim Erforschen der Widersinnigkeit des Hier und Jetzt der SPD, die einerseits die eigenen politischen Erfolge widerspiegelt, andererseits aber nicht die positive Wahrnehmung der Wähler in Prozentpunkte ausdrückt. Obwohl die SPD in der GroKo reihenweise pure sozialdemokratische Felder wie Bafög-Erhöhung, Mindestlohn bis zur Rente ab 63, Mietpreisbremse, Frauenquote oder Homoehe erfolgreich bewirtschaftet, fallen ihre Umfragewerte immer weiter. Ein Paradoxum! Zumal die Union aus CDU und CSU fast ausschließlich mit innerparteilichen Streitereien auffällt. Selbst von dieser erbärmlichen Außendarstellung kann die SPD nicht profitieren. Vielleicht auch deshalb, weil, wie schon so oft, das Gesamtproblem SPD an ihrer Führungskraft festzumachen ist. Ob Schröder, Schulz oder jetzt Frau Nahles, immer sind die verständlichen Profilierungsanlässe völlig falsch gewählt. Wie zuletzt im unsäglichen Fall Georg Maaßen. Derart peinliche Machtkämpfe mit Koalitionspartnern - explizit mit Herrn Seehofer von der CSU - beschädigt nicht nur ihre Vorsitzenden, sondern auch ihre Parteien.

Dass es der CSU bei der gerade erlebten Landtagswahl in Bayern genauso ergehen kann wie der SPD, wenn der Wähler die Nase voll hat, mag zwar der berühmte Trost sein, dass geteiltes Leid halbes Leid ist, bringt aber der SPD keinen Prozentpunkt mehr ein. Das Gegenteil ist bittere Realität. Das SPD-Ergebnis von 9,7 Prozent (-10,9 Prozent) kommt fast schon einer Apokalypse gleich. Wenn andere verlieren, fällt die SPD ins Bodenlose. Und das in einem Maße dass man mit Fug und Recht von Endzeitstimmung sprechen kann. Eine Volkspartei taumelt mit einstelligen Prozentwerten der Bedeutungslosigkeit entgegen.

SPD - Eine Volkspartei mit immer weniger Volk! - Die Reue ist der Verstand, der zu spät kommt. -Vielleicht ein guter Rat an alle zukünftigen SPD Chefs. -

Erfolgreiche Edelmetallanleger haben sich diesen Rat nachweislich zueigen gemacht. Informationen zu Kapitalanlagen in Barren und Münzen finden Sie auf www.edelmetallshop.com

Thomas Straub / valvero Sachwerte GmbH, Berlin



© 2018 valvero Sachwerte GmbH