13.11.2018

Bella Italia - Weihnachtsgeschenke für alle oder Abschwung?

Bella Italia - Weihnachtsgeschenke für alle oder Abschwung?

In Brüssel sind die Bedenkenträger schon am Werke, drücken sich noch um klare Worte, in der Hoffnung, dass es doch am Ende nicht so schlimm wird mit der italienischen Regierung. Seit Jahren ist nicht nur Italien ein Sorgenkind Europas, Frankreich, Portugal und Spanien sind es auch. Die neue Regierung in Italien verteilt schon „Weihnachtsgeschenke“ und zwar in der Form von Steuersenkungen. So sollen die Renten und Sozialleistungen erhöht werden. Damit würde sich das hoch verschuldete Land noch weiter verschulden. Griechenland war mit seiner hohen Verschuldung ein Lüftchen, in Italien käme dem gegenüber ein Tropensturm auf Europa zu. Selbst wenn Italien nicht absichtlich den Bruch provoziert und Schuldzahlungen verweigert, könnte es zur Zahlungsunfähigkeit kommen. Die Rating-Agenturen bewerten die Zahlungsfähigkeit schon jetzt als schlecht und stuften die Bonität um weitere Schritte herab. Steigen das Misstrauen und die Zinsen, dürfte sich auch die Lage der italienischen Banken wieder verschlechtern. Die Banken sitzen immer noch auf Milliarden fauler Kredite. Investoren sind nur dann bereit, Italien frisches Geld zu leihen, wenn sie dafür höhere Zinsen bekommen.

Es geht daher die Angst um, dass Sparer, etwa in Deutschland, am Ende für Bankpleiten in Ländern wie Italien haften müssten. Italien ist zurzeit mit ca. 2,3 Billionen Euro verschuldet, das entspricht 132 Prozent des Bruttoinlandsprodukts – was europaweit nur von Griechenland übertroffen wird. Es sind die Folgen der Wirtschaftskrise in Italien, die hohe Arbeitslosigkeit, insbesondere unter den jungen Leuten, sowie die Belastung durch die Flüchtlinge, die immer noch zu Tausenden über das Mittelmeer kommen. Bella Italia liegt am Mittelmeer und hat bald keine finanziellen Mittel mehr. Wir können nur hoffen, dass die Regierung in Italien nicht zu viele Weihnachtsgeschenke verteilt, denn das führe zur Zerrüttung der Staatsfinanzen mit unüberschaubaren Folgen für ganz Europa. Der Eurozone würde eine neue Krise drohen, die das Jahr 2008 in den Schatten stellt.

Anleger sorgen sich: Welcher Markt könnte einbrechen? Der Markt ist bereits, wie Experten formulieren, „verspannt“. Es gibt eine zehnprozentige Wahrscheinlichkeit für einen Dax unter 10 000 Punkten in den kommenden Jahren.

Auf folgende Risikosignale sollten Sie in den kommenden Wochen achten: Steigende Zinsunterschiede („Spreads“) zwischen deutschen Staatsanleihen und denen anderer Euro-Staaten, vor allem Italien; Kurseinbrüche bei den Währungen hochverschuldeter Schwellenländer; Zunahme der Unternehmensinsolvenzen vor allem in der Euro-Zone oder in China.

Als Vorsorge für unsichere Zeiten empfiehlt die valvero Sachwerte GmbH  ihren Kunden, sich mit Goldanlagen abzusichern. Der Preis des klassischen Krisenmetalls ist während der vergangenen Wochen bereits wieder über die Marke von 1200 US-Dollar je Feinunze gestiegen.

Hans-Joachim Weber / valvero Sachwerte GmbH, Berlin



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