26.12.2018

Schicht im Revier - Ein epochaler Einschnitt

Schicht im Revier - Ein epochaler Einschnitt

150 Jahre prägten der Steinkohle-Bergbau und die Stahlindustrie den größten Ballungsraum Deutschlands. Das Ruhrgebiet - umgangssprachlich auch der „Kohlenpott“ genannt - gehört zu den größten Metropolen Europas. In diesem montanindustriellen Kraftzentrum leben 5,2 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner aus über 150 Nationen. Hier waren die „Malocher“ und „Kumpel“ zuhause, die in unerbittlicher Hitze, unangenehmer Zugluft und hoher Luftfeuchtigkeit das sogenannte „Schwarze Gold“ aus der Dunkelheit ans Tageslicht förderten. Generationen über Generationen. Bis im Dezember 2018 die letzte Steinkohlen-Zeche „Prosper-Haniel“ im Revier endgültig dicht machte. Mit Bottrops letzter Zeche fällt auch die letzte Bastion und die Tradition echter Malocher-Mentalität und „kumpelhaften“ Zusammenhalts.

Das jahrzehntelange Bemühen des Ruhrgebiets um den Strukturwandel brachte den Familien im Revier eine hohe Arbeitslosigkeit. Der schleichende Wegfall der Industrie produzierte zwangsläufig Schrottimmobilien und hohen Leerstand in den Innenstädten. Der Grund: mangelnde Wirtschaftskraft.

Die Geschichte des Ruhr-Bergbaus

Die Anfänge des Stollenbergbaus im Ruhrgebiet reichen zurück ins 16. Jahrhundert mit dem Eintreiben waagerechter Stollen in den Berg. Die Geburtsstunde der Industrialisierung des „Potts“ jedoch ist der Bau eines Tiefschachts in Essen auf der Zeche Franz Haniel im Jahr 1834. 55 Jahre später streikten 90.000 Bergarbeiter beim größten Streik in Deutschland im 19. Jahrhundert für einen 8-Stunden-Tag, höhere Löhne und einen besseren Arbeitsschutz. Wie lebensgefährlich der Beruf des Bergmanns ist, zeigte sich beim schwersten Grubenunglück der deutschen Bergbauhistorie im Jahre 1946. Bei einer Kohlenstaubexplosion kamen 408 Bergleute ums Leben. Der 1951 geschlossene Vertrag über die Montanunion zwischen den Beneluxstaaten, Italien, Frankreich und Deutschland wird auch als Keimzelle der Europäischen Einigung angesehen. Bereits 6 Jahre später beginnt die Kohlekrise. Umgangssprachlich auch „Zechensterben“ genannt. Die Kohlehalden werden immer größer. Die erste Großschachtanlage schließt. Der Steinkohlebergbau gerät mehr und mehr ins Trudeln. Die Gründung der Ruhrkohle AG (1968), der „Kohlepfennig“ als Zuschlag auf die Stromrechnung (1975) und die Subventionierung der Kohle in Milliardenhöhe aus Steuereinnahmen (1996) sollten einen geordneten Rückzug des Bergbaus ermöglichen. 2007 verständigten sich der Bund, die Kohleländer (Saarland und Nordrhein-Westfalen; NRW), die RAG-Aktiengesellschaft sowie die Gewerkschaft auf das Ende des Steinkohlebergbaus bis Ende 2018. 2012 schließt im Saarland die letzte Zeche. Das endgültige Aus des Steinkohlebergbaus in Deutschland ist mit der Schließung der Zechen Ibbenbüren im August 2018 und der Prosper-Haniel im Dezember 2018 besiegelt.

Strukturwandel braucht einen langen Atem. Die Erfahrung hat das Ruhrgebiet in den letzten 30 Jahren zu Genüge gemacht. Auch wenn das Zechensterben große Wunden hinterlassen hat - regionale, kulturelle, aber auch persönliche – der Umbruch ist längst eingeleitet und zeigt sich in einer hohen Spezialisierung neuansässiger Unternehmen unterschiedlichster Branchen. Im Zuge dieses Wandels haben sich für das Ruhrgebiet und seine Menschen ganz neue Türen geöffnet. Der alte Gruß der Bergleute, man möge wieder heil herauskommen wird sicherlich in allen Herzen der Menschen im „Ruhrpott“ für immer unvergessen bleiben. –

Vergessen werden auch Kapitalanleger in Edelmetalle das Jahr 2018 nicht so schnell. Aber auch sie haben den berühmten Silberstreif am Horizont bereits gesehen. In Form eines wiedererstarkten Goldpreises. Und der Pfeil zeigt störungsfrei nach oben. Das „Goldjahr“ 2019 kann kommen. Starten Sie es mit einem erfahrenen Partner, wie den Edelmetallhändler valvero. Informationen finden Sie auf www.edelmetallshop.com

Thomas Straub / valvero Sachwerte GmbH, Berlin



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