11.01.2019

Griechenland-Gau – Klappe, die 2te

Griechenland-Gau – Klappe, die 2te

Bei so viel aktuellen Krisen und Katastrophen kann man sich nur schwach daran erinnern, dass die griechische Staatsschuldenkrise vor noch gar nicht langer Zeit das bestimmende Thema in Europa war. Vor noch gar nicht langer Zeit heißt 2010. Das Jahr, als die griechische Regierung unter Ministerpräsident Giorgos Papandreou erkennen musste, dass Griechenland seine Schulden nicht mehr zurückzahlen kann und kurz vor der Pleite steht.

Die Vorgeschichte

Die amerikanische Immobilienkrise und die Insolvenz der US-Bank Lehman Brothers als Gründe für den griechischen Worst-Case vorzuschieben, wäre wahrlich zu kurz gesprungen. Sie mögen der berühmte Tropfen gewesen sein, der ein Fass zum Überlaufen bringt. Die ganze Wahrheit ist, der Griechenland-Gau war hausgemacht, Punkt!

Griechenland leistete sich Dinge, die es schlicht und einfach nicht bezahlen konnte. Exorbitante Militärausgaben, Milliarden Euro für Olympische Spiele (2004) und ineffiziente und korrupte Steuerbehörden brachten das Schiff in höchste Seenot. Alles zusammen summierte sich auf 350 Milliarden Euro Schulden. Eine Staatsverschuldung von fast 180 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) bei einer Arbeitslosenquote von etwa 20 Prozent.

Um in den „schützend warmen“ Schoß der Euro-Zone aufgenommen zu werden, schönte Griechenland jahrelang seine Zahlen. Jetzt konnte es noch mehr Schulden machen, und es vertraute darauf, dass andere Länder für sie im Notfall einspringen. Und sie taten es in Form von drei Rettungspaketen in den Jahren 2010, 2012 und 2015. In einer Gesamthöhe von 288,9 Milliarden Euro. 256,9 Milliarden Euro kamen von den Staaten der Eurozone und 31,9 Milliarden Euro stammten vom Internationalen Währungsfond (IWF). Im Gegenzug verlangten die Gläubiger von Griechenland radikale Sparmaßnahmen im Sozialbereich, beim Öffentlichen Dienst und in der Wirtschaft. Steuererhöhungen und Privatisierungen mit einbezogen. Zudem wurde die Mehrwertsteuer um vier Prozentpunkte von 19 auf 23 Prozent erhöht.

Der Status Quo 2018

Das Ende der Hilfsprogramme internationaler Kreditgeber ist gekommen. Griechenland hat zwar Zeit gewonnen, steht aber finanziell und wirtschaftlich weiterhin auf höchst wackeligen Beinen. Trotz seiner 24 Milliarden Euro Rücklagen. Diese reichen aber nur knapp zwei Jahre. Und dann? -

Es stehen Parlamentswahlen an, die Griechenlands gescholtener Premier Alexis Tsipras von der Ultra-Linken unbedingt gewinnen will. Seine Idee, millionenschwere Wahlgeschenke zu verteilen, wo es an sich nichts zu verteilen gibt. Egal. Das Bündnis aus rechtspopulistischer Kleinpartei Anel und linksradikaler Syriza will mit Geldgeschenken 11 Millionen Wählerinnen und Wähler wie Beamte, Rentner, Hausbesitzer, Bauern und Familien die Wahlentscheidung erleichtern. Und dabei stört es die regierenden Damen und Herren nicht, dass ihr Land noch immer bis unter die Decke verschuldet ist, die Rückkehr an die Kapitalmärkte immer noch nicht gelungen, und die Bücher der Banken voll von faulen Krediten sind. Warum auch? Als Mitglied der Eurozone, kein Problem! Wie die Vergangenheit unmissverständlich zeigt. –

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Thomas Straub / valvero Sachwerte GmbH, Berlin



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