06.03.2019

Venezuela - Ein Land vernichtet sein Geld und sich selbst

Venezuela - Ein Land vernichtet sein Geld und sich selbst

Sie hatten einmal einen Traum, die Menschen in Lateinamerika. Sie wollten sich wie die Menschen in Mittel und Osteuropa von Diktatoren, Militäruniformen und Korruption befreien. Genauso hoffnungsvoll gingen Sie es an. Aber ihr Traum von Rechtsstaat, Demokratie Wohlstand und Ordnung währte nur kurz.

Heute, nur drei Jahrzehnte später, regieren wieder die gleichen Diktatoren, das gleiche organisierte Verbrechen verbreitet Angst, und auch die gleiche Korruption hat sich noch tiefer in die Wunden der Menschen eingenistet. Menschen fliehen vor Armut, Hunger, Bandenkriminalität, Angst, Hoffnungslosigkeit und sozialer Ungerechtigkeit. Ein ganzer Kontinent - mit Ausnahme der Länder Uruguay, Chile und Costa Rica - scheint politisch und wirtschaftlich im Chaos zu versinken.

1 Million Prozent Inflation - Die Wertlosigkeit von Erspartem

Ein Land, das gar nicht mehr aus den negativen Schlagzeilen herauskommt, ist Venezuela. Das einst reichste Land Südamerikas mit den größten Ölreserven steht politisch und wirtschaftlich an einem Scheideweg. Eine Hyperinflation läuft aus dem Ruder und frisst den Wert des Geldes in einem Wahnsinnstempo auf. Der Internationale Währungsfonds (IWF) zieht Parallelen zur Weimarer Republik im Jahre 1923, als eine der radikalsten Geldentwertungen stattfand. Die Geldschein-Nominale erhöhten sich im Eiltempo. Der höchste Wert eines Geldscheins betrug 100 Billionen Mark (1.000.000.000.000). Ein Banknotenbündel mit einer Milliarde Mark wurde so über Nacht zu Spielgeld.

Der Status Quo Venezuelas im Jahre 2019 ist ähnlich dramatisch. Die Landeswährung des südamerikanischen Staates Venezuela ist der venezolanische „Bolívar fuerte“ (BsF). Jeden Tag steigen die Preise um etwa drei Prozent. Die Versorgungslage der Bevölkerung ist katastrophal. Die Löhne und Gehälter können dem Preisanstieg für Waren und öffentlichen Gütern wie Medizin, Strom, Wasser, Sicherheit und Transport, nicht folgen.

Zur Verdeutlichung: Ein Kilogramm Fleisch kostet ca. 5 Millionen Bolívar, 140 Gramm Thunfisch etwa 6 Millionen Bolívar. Venezuelas Inflationsrate explodierte in den letzten drei Jahren von 111,8 auf 1.370.000 Prozent. Venezuela mutiert zum Rekordhalter von Geldvernichtung und Vermögen.

Ablenkungsmanöver „Kryptowährung“

Seit Wochen tobt ein Machtkampf in Venezuela. Regierungschef Nicolás Maduro versucht krampfhaft mithilfe des Militärs an der Macht zu bleiben, nachdem der selbsternannte Interimspräsident Juan Guaidó humanitäre Hilfe ins Land holen will. Derweil hat das autoritäre Regime unter Maduro ein neues Währungskonzept angekündigt. Sozusagen als Antwort auf die imperialistischen Sanktionen der USA und seinen Verbündeten, und gegen den, wie der Tyeann es zynisch nennt „kriminellen Dollar“.

Maduro verspricht mit einer alternativen Zahlungsmöglichkeit zum Bolívar, der eigenen Kryptowährung, dem „Petro“, wirtschaftlichen Aufschwung ins Land zu holen. Er stellte in Aussicht, den Mindestlohn um 300 Prozent anzuheben und verfügte, dass alle Staatsunternehmen umgehend 15 Prozent ihres Umsatzes in der neuen Währung abzuwickeln haben.

Für Ökonomen sind diese „Maßnahmen“ eine Farce und nichts weiter als ein billiges Ablenkungsmanöver von der eigentlichen Tragödie, die er und seine Schergen zu verantworten haben. Bei einer jährlichen Inflationsrate von 1.700.000 Prozent seien diese Maßnahmen ein schlechter Witz, resümieren Ökonomen kopfschüttelnd. Allein mit fünf Nullen streichen und Gelddrucken, da ist sich die Fachwelt einig, kommt man nicht über die Runden.

Der Brandherd Venezuela ist einer von vielen auf dieser Erde die Anleger motivieren, ihr Erspartes in Gold einzutauschen. Viele wirtschaftliche und politische Krisen stärken den aktuellen Goldpreis, der bei 1.327,63 US-Dollar (1.171,11 EUR) je Feinunze (31,103 Gramm) liegt. Zum Vergleich: Der aktuelle Goldpreis in Venezuelanischer Bolívar Fuerte (VEF/oz notiert 0,00. Stand: 5.03.2019; 20:17 Uhr.

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Thomas Straub / valvero Sachwerte GmbH, Berlin



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