19.09.2019

Der Run auf Gold und Silber

Was sind die Konsequenzen, wenn Edelmetalle knapp werden?

Die Endlichkeit beziehungsweise die unaufhaltsame Verknappung von Gold und Silber sind keine Marketingstrategien gewiefter Edelmetallhändler, es ist die bittere Wahrheit. Gold und Silber wachsen nicht nach. Irgendwann sind auch die ergiebigsten Goldvorkommen aufgebraucht. Und weil Gold und Silber nicht künstlich herstellbar sind, hat das begrenzte Angebot einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Preisentwicklung.

Edelmetallanleger wissen um die werterhaltende Anlageform der beiden wichtigsten Edelmetalle dieser Erde. Sie sind eintauschbar in die aktuelle Währung, und in Krisenzeiten ähneln sie einer Überlebensgarantie. Aber Anleger und Investoren leben auch immer mit der einen Unbekannten, wie viel Gold und Silber unsere Erde wirklich noch hergibt. Angebot und Nachfrage regeln in einer gut funktionierenden Marktwirtschaft den Preis. Das ist bei Gold und Silber nicht anders. Ein rares Gut wird immer eine gute bis hohe Nachfrage haben. Die derzeitigen Höhenflüge von Gold und Silber, aber auch von Platin und ganz besonders Palladium, spiegeln die Wertigkeit dieser Rohstoffe „Edelmetalle“ in perfekter Weise wider. Chaotische Weltwirtschaft, niedrige Zinsen und geopolitische Konflikte lassen das Interesse der Anleger kometenhaft ansteigen. Die Quintessenz: Gold und Silber werden teurer. Aber wie sieht es aus mit dem Angebot von Gold und Silber?
 

Die Nachfrage steigt mit dem Anwachsen der Weltbevölkerung

Wie lange kann die große Gold- und Silbernachfrage der Edelmetallanleger und -investoren noch befriedigt werden? Um eine plausible Antwort geben zu können, bedarf es den Blick nach vorn. Dabei geht es um die Entwicklung der Nachfrage, also um die Anzahl derer, die zukünftig ihr Geld in Edelmetalle investieren wollen. Die Menschheit und die Geldmenge wachsen unaufhörlich, während sich aber gleichzeitig die Rohstoffe Gold und Silber nicht vermehren.

Wirtschaftswissenschaftler gehen davon aus, dass die Menschheit im Jahr 2050 auf ca. 10 Milliarden anwächst. Für das Jahr 2100 rechnet man gar mit 11 Milliarden Menschen. Mit dem starken Anstieg der weltweiten Bevölkerung erhöht sich auch die Nachfrage an Gütern. Das betrifft nicht nur die steigende Nachfrage nach Wasser, Nahrung, Unterkunft und Arbeit, sondern auch nach Industrierohstoffen wie Edelmetalle, Schmuck und Geldanlagemöglichkeiten. Mit dem Anstieg der Bevölkerungszahl werden auch die Bedürfnisse der Menschen ansteigen. Die Spezies Mensch neigt dazu, immer mehr haben zu wollen und in allem eine Verbesserung anzustreben. Die Annahme, dass auch die Nachfrage nach Edelmetallen in den nächsten Jahrzehnten stetig steigen wird, ist daher nur zu logisch. Genau an dem Punkt meldet sich die Realität. Gold wird immer begehrter. Das historische Hoch der Minenförderung des Jahres 2018 mit 3.346,9 Tonnen wird aller Voraussicht nach nie mehr erreicht werden. Experten wagen die vorsichtige Prognose, dass die förderfähigen Gold-Ressourcen nur noch 36 Jahre ausreichen, die von Silber nur 25 Jahre.
 

Bestände vs. Potentiale

Edelmetallbestände in Form von Barren, Münzen oder Schmuck (im Privatbesitz oder als Lagerbestände bei Zentralbanken) stehen dem Wirtschaftskreislauf faktisch nicht zur Verfügung. Übrig bleiben die bereits entdeckten respektive unentdeckten Potentiale von Gold und Silber, deren Vorkommen bis heute nicht in Zahlen darstellbar sind. Die Ungewissheit über die tatsächlichen Gold- und Silbervorkommen (Ressourcenreichweite) rückt nicht nur das Thema „Edelmetallrecycling“ in ein ganz neues Licht. Sie weitet auch den Anlagehorizont künftiger Edelmetallanleger.

 

 



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