24.10.2019

Gold im Spiegelbild der Volkwirtschaft

Kein anderer Rohstoff hat die Menschen über Jahrtausende hinweg so geprägt wie Gold. Und auch kein anderes Edelmetall hat so eine bemerkenswerte Vita hingelegt, wie Gold. Erst Tauschmittel, dann Zahlungsmittel und bis in die heutige Zeit hinein ist Gold das edelste aller Edelmetalle und DAS Krisen- und Vorsorgemetall überhaupt. 

Gold hat die konstanteste und längste Geschichte als Zahlungsmittel. Die Idee aus Gold Geld zu machen entstand um 560 vor Christus. Der legendäre und sagenumwobene König Krösus erkannte als erster die einzigartigen Vorteile von Gold. Ein Material, das unvergänglich ist und nicht durch Menschenhand auf Knopfdruck vermehrt werden kann, wie wir das heute bei den Papierwährungen immer wieder erleben. 

 

Die ersten Goldmünzen entstammen dieser Epoche um 550 vor Christus. Schnell wurde das Metall mit der charakteristischen gelben Farbe bekannt. Gold wurde weltweit akzeptiertes Zahlungsmittel und ist seitdem auch gleichbedeutend mit Geld. Und wenn Gold Geld ist, also Währung, dann ist es nur zu schlüssig, mit der etwas ANDEREN und unbestechlichen „Währung Gold“ in Inflationszeiten, bei staatlichen Schuldenexzessen oder wenn Staaten verschwinden und mit ihnen Ihre Währung, auch bezahlen zu können. Wer glaubt, dass diese Szenarien Ausnahmeerscheinungen darstellen, der sollte einen Blick n die Geschichtsbücher werfen. Dort kann man nachlesen, dass die Ausnahmen, vorsichtig beschrieben, die Regel sind. Übrigens nicht nur in Amerika, Italien, Venezuela, Griechenland und bei anderen finanziellen „Wackelkandidaten“. Auch Deutschland ist kein Musterschüler in Sachen solider Finanzen. 

 

Gold als „Seismograf“ der Wirtschaft

Schaut man sich die letzten 40 Jahre an, wird die Verflechtung von Gold mit der Volkswirtschaft überdeutlich. 

Der Goldpreis 1980 in US-Dollar liegt im Jahrestief bei 481,50 USD je Feinunze (31,103 Gramm). Steigende Ölpreise haben im Jahresverlauf eine hohe Inflation zur Folge. Die Krisenszenarien „Revolution im Iran“ sowie der „Einmarsch sowjetischer Truppen in Afghanistan“ treiben Anleger in den „sicheren“ Hafen Gold. Der Goldpreis steigt im Jahreshoch auf 850,00 USD. Auch wenn der Schlusskurs „nur“ bei 589,75 USD liegt, ist das eine satte Steigerung von 15,19 Prozent. 

In den folgenden Jahren schaffen die USA den Aufschwung, die Inflation verringert sich. Im August 1999 stürzt der Goldpreis auf 271,70 USD. Anfang 2000 nimmt der Goldpreis kontinuierlich wieder Fahrt auf. Ein schwacher US-Dollar, bedingt durch eine wachsende Schuldenlast der USA, sowie der 1. Irakkrieg treiben Gold im Jahr 2003 auf ein 4-Jahreshoch von 388,50 USD. Nur drei Jahre später schnellt der Goldpreis auf ein 26-jahreshoch von 730,00 USD (Jahresdurchschnitt 603,77 USD). Der Atomstreit mit dem Iran und steigende Ölpreise werden als Gründe genannt. 2008 erlebt Gold durch die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers und die dadurch entstehende weltweite Finanzkrise den größten Tagesgewinn seiner Geschichte. 90 USD binnen 24 Stunden. In der Folge fallen Aktienkurse ins Bodenlose, eine weltweite Rezession liegt in der Luft. Der Goldpreis übersteigt die 1.000 US-Dollar-Marke. Die Nachfrage der Anleger steigt, die milliardenschweren Anleihekäufe der US-amerikanischen Zentralbank „Fed“ treibt den Goldpreis auf 1.400 USD. Die Goldrallye findet im September 2011 mit 1.912 USD ihren Höhepunkt. Das zwischenzeitliche Herunterfahren der Fed-Gelddruckmaschine im Juni 2013 setzt dem Goldpreis zu. Er sinkt auf 1.200 USD. Ein Minus von stattlichen 30 Prozent. 

Dass der Goldpreis 2019 ein 6-Jahreshoch mit über 1.500 USD je Feinunze erreicht, ist der immer mehr zusammenwachsenden Welt mit ihren finanziellen, wirtschaftlichen und geopolitischen Krisen geschuldet. Jede Erschütterung spiegelt sich im Goldpreis wieder.

 

Der aktuelle Goldpreis liegt bei 1.486,90 USD (1.336,30 Euro) Stand: 22.10.2019; 15:22 Uhr.



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