26.02.2020

Was macht eigentlich Palladium, der große Gewinner in 2019?

Wer bei der Goldanlage von einer Glaubensfrage spricht, der muss sich bei der Beurteilung von Palladium etwas anderes einfallen lassen. 

Beide Edelmetalle sind zwar in der Notierung bezogen auf den Wert einer Feinunze vergleichbar, ihre Herkunft zeigt dennoch einen markant unterschiedlichen Werdegang an den Börsen und bei den Anlegern. Während Palladium bei Investoren und Anlegern in den letzten Jahren kaum Anerkennung fand, hat sich Gold als das edelste aller Edelmetalle immer wieder als strahlender Sieger hervorgetan. Aber das war einmal!

 

Rückblick und Stand „Jetzt“

 

Während der Goldpreis im Jahr 2015 eine Januar-Notierung von 1.295,75 USD je Feinunze (31,103 Gramm) bot, lag der Einstiegspreis von Palladium im gleichen Monat bei vergleichbar magereren 798,00 USD je Feinunze.

Doch die Welt dreht sich immer weiter und mit ihr die Wirtschaft mit all ihren Faktoren wie Klimawandel, Diesel-Skandal und E-Mobilität. Aus der Summe aller Faktoren heraus genießt Palladium plötzlich ein nie gekanntes Interesse bei Rohstoffhändlern und Anlegern. Nicht zuletzt auch dank einer großen Nachfrage der Automobilindustrie, Stichwort Abgaskatalysatoren. So konnte dieses eher stiefmütterlich behandelte Edelmetall 2017 bereits mit einem Preiszuwachs von 36 Prozent aufwarten. Mit einer Jahres-Schlussnotierung von 1.056,00 USD je Feinunze. 

Gehandelt wird Palladium am London Buillon Market (LBM) und an der New Yorker Mercantile Exchange (Abteilung COMEX).

 

Palladium - Alles andere als eine Eintagsfliege

 

Trotz geopolitischer Krisenherde, wirre Handelskriege sowie andauernder Niedrigzinspolitik der Zentralbanken Fed und EZB - die alle hauptsächlich den Goldpreis befeuern -, überrascht das seltene Edelmetall Palladium mit immer weiteren neuen Rekordwerten. Im Vergleich zu 2019 (Jahres-Schlussnotierung 1.909,30 USD) hat das silbrig schimmernde Edelmetall erneut ein formidables Kursfeuerwerk hingelegt. Palladium notiert in der ersten Februar-Woche 2020 2.446,50 USD. Obwohl das Interesse an Gold in dem gleichen Zeitraum auf ein 7-Jahres-Hoch von 1.555,80 USD je Feinunze geklettert ist, ist der Preisanstieg von Palladium prozentual ungleich höher. Selbst erfahrene Edelmetallhändler und Rohstoffexperten schauen verwundert auf ihre eigenen Prognosen des Vorjahres. 

Palladium, der große Gewinner aus 2019, das kann man jetzt schon vorsichtig mutmaßen, schreibt auch in 2020 wieder Edelmetallgeschichte. Und ein baldiges Ende ist trotz einkalkulierter Schwankungen nicht in Sicht. 

 

Eignet sich physisches Palladium auch als Wertanlage?

 

Bekannt ist, dass Gold, Silber und auch Platin werterhaltende Kapitalanlagen sind. Aber trifft das auch für Palladium zu, oder punktet der weiß-silbrig schimmernde Exot unter den Edelmetallen nur in Katalysatoren? 

Obwohl ein Abfallprodukt der Herstellung von Platin, legt Palladium an der Börse eine Bestmarke nach der anderen hin. 2019 überflügelte Palladium sogar den Anlage-Klassiker Gold. Dennoch hat Palladium bei weitem nicht den Glamourfaktor wie beispielsweise Platin oder Gold. 

Die ersten Versuche Palladium auch als Anlagemünzen oder gestanzte Barren herauszubringen, begannen in der 1980er Jahren in Australien und China. Mittlerweile eignet sich Palladium wie auch Platin schon aufgrund seines Wertes und der Unzerstörbarkeit durchaus als Wertanlage. Palladium ist in Form von Münzen und Barren sowie als ETF verfügbar. Viele Edelmetallanleger kaufen Palladium zur Diversifizierung und Stabilisierung ihres Portfolios.

Der aktuelle Palladiumpreis steht bei 2.697,00 USD je Feinunze (2.500,66 Euro) Stand 19.02.2020; 16:45 Uhr.

 



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