16.07.2020

Physisches Gold vs. Papiergold und Minenaktien

Fragt man Käufer von physischem Gold, warum sie gerade diese Form der Anlage wählen und sich nicht für Papiergold oder Minenaktien entscheiden, hört man immer wieder die gleiche Antwort: „Man kann es fühlen, in der Hand halten und keine Bank- oder Firmenpleite kann einem diesen Besitz streitig machen.“

Aber es gibt auch andere Anleger, die in Aktien von Fördergesellschaften bzw. -unternehmen investieren. Denn bei solch einem Anlagemodell hoffen sie auf höhere Gewinnspannen als beim eher risikoarmen Ankauf von physischen Münzen oder Barren. Dafür sind Sie gerne bereit, den Preis des höheren Risikos zu zahlen. Ein Risiko, das die meisten unter ihnen auch ganz bewusst suchen. Doch welche Vor- und Nachteile bringen die unterschiedlichen Gold-Anlageformen mit sich?

 

Was ist Physisches Gold?

Physisches Gold, das sind Schmuck, Münzen oder Barren. Wobei sich der Schmuck nicht als Goldanlage eignet. Ein Schmuckstück muss gefertigt werden. Diese Kosten kommen zum Materialwert hinzu. Bei einem Verkauf werden diese Zusatzkosten nicht berücksichtigt. Für die Feingoldgewinnung zählt nur der reine Materialwert, abzüglich der Schmelz- und Versandkosten. Insgesamt können das über 5 Prozent Abschlag zwischen dem reinen Rohstoffpreis und dem Auszahlungspreis sein.

 

Münzen - auch Sammlermünzen - und Barren eignen sich dagegen weitaus besser zur Wertanlage. Im Segment der Anlagemünzen (Bullionmünzen) empfiehlt es sich, auf weltweit anerkannte Münzen wie beispielsweise Wiener Philharmoniker, südafrikanischen Krügerrand oder mexikanischen Libertad zu setzen. Mit Blick auf einen möglichen Wiederverkauf sollten es in jeden Fall unbeschädigte Exemplare sein.

 

Barren eignen sich perfekt als Kapitalanlage. Es gibt sie von 1 Gramm aufwärts bis zu 1 Kilogramm. Anleger, die in Krisenzeiten problemlos ihr Gold zu Geld machen wollen, sind mit kleineren Barren gut beraten. Als Standardbarren gilt der 400 Uzen-Barren (1 Unze = 31,103 Gramm) = 12,5 Kilogramm.

 

Was versteht man unter Papiergold (Xetra-Gold)

Von der Deutschen Börse 2007 eingeführt, ist Xetra-Gold ein börsengehandeltes Wertpapier der Frankfurter Wertpapierbörse (FWB). Kauf- und Verkauf von Papiergold können schnell und bequem erledigt werden. Bei der in Euro notierten Spezialanleihe besteht ein jederzeitiger Auslieferungsanspruch an eingelagertem Gold. Die Spekulationsfrist endet nach einem Jahr, die steuerlichen Bestimmungen sind ebenfalls identisch wie beim Erwerb von physischem Gold.

 

Was sind Minenaktien?

Die Investition in Aktien von Unternehmen, die Goldlagerstätten ausfindig machen respektive Gold fördern (Minenaktien), ist eine risikobehaftete Anlage. Versprochen werden höhere Gewinnchance als beim Ankauf von physischem Gold. Das birgt auch ein höheres Risiko. Zur Risikominimierung gehören wichtige Unternehmensinformation wie die geopolitische Lage, Infrastruktur der Abbauregion, politische Rahmenbedingungen des Landes, sowie die Profitträchtigkeit des Unternehmens. In der Summe aller Dinge haben alle Faktoren zu Minenaktien wenig, bis nichts mit dem goldüblichen sicheren Hafen zu tun.

 

Fazit:

Die Marktrisiken der Anlagearten physisches Gold und Papiergold sind nahezu identisch. Sinkt der Goldpreis, verzeichnen beide Anlageformen Wertverluste. Minenaktien dagegen enthalten ein Aktienmarktrisiko, das deutlich volatiler als physisches Gold und auch Papiergold ist.

 

Ob physisches Gold, Papiergold oder Minenaktien - einzig die individuelle Situation des Anlegers bestimmt die für ihn richtige Anlageform.

 

Der aktuelle Goldpreis notiert 1.808,27 USD, 1.583,79 Euro. Wechselkurs EUR/ USD 1.1421.

Stand: 15.07.2020, 17:00 Uhr.



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