08.10.2020

Edelmetalle - Sachanlage mit eigenem Wert

Immer mehr Bundesbürger nehmen die politischen und wirtschaftlichen Krisen dieser Tage zum Anlass, ihr Erspartes zu schützen. Weitab von Aktien, Tagesgeld- und Sparkonten gibt es für sie nur einen sicheren Hafen, und das sind Edelmetalle. Insbesondere zählen dazu Gold und Silber, aber auch bedingt Platin, Palladium und vielleicht noch Rhodium.

Wie wohl kaum anders zu erwarten, steht Gold mit gebührendem Abstand zu Silber und Platin ganz oben auf der Beliebtheitsskala gefragter Anlage-Edelmetalle. Und mehr als in anderen Ländern - wie beispielsweise China oder Indien, wo die Schmucknachfrage dominiert - setzen Privatanleger in Deutschland auf Anlage-Gold als wertbeständige Kapitalanlage. Einer Studie zufolge besitzen drei Viertel der Befragten in irgendeiner Form Gold. Davon haben sich über 85 Prozent auf physisches Gold wie Münzen, Barren und Schmuck entschieden. Die Münzen und Barren haben dabei explizit am stärksten zugelegt. Die Nachfrage nach Aktien dagegen ist deutlich rückläufig.

Der innere Wert von Edelmetallen

Kritiker bezeichnen Gold oftmals als „nutzlosen Rohstoff“ und gestehen ihm im günstigsten Fall nur Spekulationsqualitäten zu. Richtig ist, dass Gold überwiegend zur Hortung erworben wird und nicht mit den industriellen Qualitäten glänzt wie Silber, Platin, Rhodium oder Ruthenium. Dabei ist die Schmuckproduktion ausgenommen. Im Gegensatz zu Aktien, Anleihen und Immobilien erwirtschaften Edelmetalle keine laufenden Erträge und produzieren auch keine Erzeugnisse. Dennoch sind Edelmetalle Sachanlagen mit innerem Wert. Gemeint ist damit der „intrinsische Wert“, der einen Gegenstand selbst ausmacht. Dieser Wert lässt sich auch bei Gold beziffern.

Die Bewertung des inneren Wertes der Edelmetalle definiert sich über den finanziellen Förderaufwand (Produktionskosten) pro Gewichtseinheit. Weil der innere Wert von Gold mindestens so hoch ist wie seine Förderkosten, hat man einen Durchschnittsbetrag von 1.000 US-Dollar je Feinunze (31,103 Gramm) als untere Bewertungsgrenze festgelegt. Fällt der Dollarkurs unter diese Bewertungsgrenze, ergibt es keinen Sinn weiterhin Gold abzubauen. Die Produktion würde sofort eingestellt werden. Bei anhaltender Nachfrage wird sich das Preisniveau von Gold immer um die 1.000 US-Dollar-Marke bewegen.

Der Goldpreis und die Nachfrage

Steigt der Goldpreis wie beispielsweise bei der sich verschärfenden Nullzins-Politik oder den wachsenden Spannungen im Handelsstreit zwischen USA und China, werden Minenbetreiber ihre Produktion sofort wieder hochfahren. Die Lukrativität zu schürfen nimmt zu, die Kosten bleiben gleich, aber Verkaufspreis und damit auch die Marge steigen.

Die Nachfrage nach endlichem Gold ist seit tausenden von Jahren gleich groß geblieben. Derzeit wird der weltweite Goldbestand auf circa 190.000 t geschätzt. Gold besitzt dennoch die höchste Seltenheit aller Rohstoffe und Unternehmenswerte (Assets) weltweit. Ermittelt mit der „Stock to Flow Methode“ (Verhältnis aus Umlaufmenge (Stock) und jährlich hinzukommender Menge (Flow). Nach Schätzungen des US-amerikanischen Instituts für amtliche Kartografie, dem Geological Survey sind weltweit noch 51.000 t Gold abbaubar. Würden zukünftig jedes Jahr 2.500 t Gold abgebaut, wären die Goldvorräte im Jahre 2031 erschöpft. Auch diese Tatsache macht Gold so wertvoll.

Edelmetalle sind nicht nach Belieben vermehrbar. Ein wesentlicher Grund, weshalb Gold, Silber, Platin und andere Edelmetalle ihren intrinsischen Wert behalten. David Ricardo, ein britischer Wirtschaftswissenschaftler (1772-1823), drückte es so aus:

Gold und Silber besitzen einen inneren Wert, der nicht willkürlich ist. Er hängt ab von deren Knappheit, der Menge an Arbeit, die deren Beschaffung gewidmet wird und er liegt im Wert des Kapitals, das in den Minen steckt, die sie hervorbringen.“



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