15.03.2021

Physische Edelmetalle - Steuervorteile nutzen

Anleger, die physische Edelmetalle wie Gold, Silber, Platin oder Palladium in Form von Münzen oder Barren kaufen oder veräußern wollen, haben gute Chancen in den Genuss von Steuerfreiheit zu kommen. Dem Finanzamt auf legale Weise ein Schnippchen schlagen.

Physische Edelmetallanlagen – primär, die in Gold und Silber - geben dem Anleger das gute Gefühl, ein sorgfältig ausgewähltes Investment getätigt zu haben. Denn Edelmetalle sind in Zeiten problematischer Weltkonjunktur und Kurseinbrüchen an den globalen Börsen stark nachgefragt. Käufer und Verkäufer von physischen Edelmetallen sollten sich mit den Begriffen Mehrwertsteuer, Versteuerung von Gewinnen und Differenzbesteuerung befassen und möglichst gut auskennen. Fundiertes Wissen spart Geld. Und wer spart nicht gerne Geld, vor allem wenn es sich um „vermeidbare“ Steuern handelt?

Anlagegold und die Mehrwertsteuer

Anlagegold - das sind Goldmünzen und Goldbarren, die alle festgelegten Kriterien der EU-Richtlinie 98/80/EG1 erfüllen - ist mehrwertsteuerbefreit, wenn 

Goldmünzen 

1. einen Feingehalt von mindestens 900/1000 aufweisen
2. gesetzliches Zahlungsmittel im Herkunftsland sind oder waren
3. im Preis die 80-Prozent-Marke des enthaltenden Goldwertes nicht übersteigen und

Goldbarren

einen Feingehalt von mindestens 995/1000 aufweisen.

Diese Voraussetzungen erfüllen alle deutschen und internationalen zertifizierten Hersteller wie Umicore, Valcambi oder Heraeus.
Der Kauf von historischen Goldmünzen und Altgold unterliegt der Mehrwertsteuerpflicht.

Versteuerung von Gewinnen aus Anlagegold und Altgold

Der Verkauf von physischem Gold ist ein sogenanntes „privates Veräußerungsgeschäft“. Wird die Haltefrist von mindestens 1 Jahr eingehalten, sind Gewinne daraus steuerfrei. Wird ein Verkauf vor Jahresfrist getätigt, fallen Einkommensteuer an. Bei einer Freigrenze von 600 Euro.

Anlagesilber und die Mehrwertsteuer

Der Kauf von Münzbarren aus Silber und Silbermünzen wird mit 19 % Mehrwertsteuer/ Umsatzsteuer belegt. Ein legales steuerliches „Schlupfloch“ bietet die sogenannte Differenzbesteuerung.  

Münz-Exporte aus dem Nicht-EU-Ausland - wie zbs. der Chinesische Panda oder der Australische Kookaburra Silber - sind nur mit 7 % Einfuhrumsatzsteuer belegt. Beim Verkauf wird dann nur der Differenzbetrag zwischen Bruttoverkaufspreis und Einkaufspreis mit 19% besteuert. Für den Käufer heißt das eine Ersparnis deutlich unter 19 %. Die Differenzbesteuerung findet bei Silberbarren keine Anwendung. Bei Münzbarren aus Silber hingegen kann der Vorteil der Differenzbesteuerung genutzt werden.

Gewinne beim Verkauf von physischem Silber in Münz-oder Barrenform sind steuerfrei und unterliegen den gleichen Regeln wie beim Goldverkauf. 

Steuern beim Kauf und Verkauf anderer Edelmetalle
Platin - Palladium – Rhodium
Mit gelegentlichen Ausnahmen bei Platinmünzen, die eine günstige Differenzbesteuerung erlauben, unterliegen Barren und Münzen aus Platin, Palladium und Rhodium beim Kauf der Mehrwertsteuerpflicht (19%). Gewinne beim Verkauf von physischem Platin, Palladium und Rhodium in Münz-oder Barrenform sind steuerfrei und unterliegen den gleichen Regeln wie beim Goldverkauf.

Fazit:

Anleger, die ihr Vermögen in reine physische Edelmetalle anlegen, können in bestimmten Fällen beim Kauf oder Verkauf steuerliche Vorteile geltend machen, und so auch manchen Steuer-Euro sparen.



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