08.04.2021

Gold kennt sich mit Gegenwind bestens aus

Gold wäre sicherlich nicht so erfolgreich, wenn es nicht immer wieder seine Stärke in Krisenzeiten unter Beweis gestellt hätte. Das gleiche gilt für Anleger, die Münzen, Barren oder Goldminenaktien besitzen. Sie trotzen mit ihrer Erfahrung und gewachsenem Vertrauen all jene, die Gold als Wertespeicher und seriöse Anlageform das langersehnte Ende herbeireden. Obwohl viele hochgepriesene Anlageformen kommen und gehen, hat sich das gelbe Edelmetall in den Anlagecharts einen festen Platz erobert. Dazu tragen auch immer mehr jüngere Anlagengruppen bei. Und das nicht ohne Grund.

Ein „Möchtegern-Konkurrent“ genießt das
Rampenlicht des Augenblicks

Aber es gibt sie, die ewigen Goldskeptiker, die bei einer Geldanlage mehr eine schnelle Rendite im Kopf haben als den Wert einer soliden Vermögensabsicherung. Neuerdings haben traditionelle Goldzweifler einen neuen Konkurrenten für Gold ausgemacht. Bitcoin, die virtuelle Währung im Internet und weltweit die Nummer eins unter den Kryptowährungen. Jene Goldzweifler sind der festen Überzeugung, dass Bitcoin zeitnah die ausgleichende Rolle von Gold in einem Portfolio übernehmen wird. Und sie glauben, dass ihr prognostiziertes Szenario längst auf dem Weg dorthin ist.
Obwohl sehr riskant und extrem volatil, zeigt der Weg von Bitcoin nach mehreren Dellen steil nach oben. Weniger als Zahlungsmittel oder Währung, dafür mehr als Spekulationsobjekt und Geldanlage. Im 4-Jahreschart steigt der Bitcoin von 1.022,85 USD am 03.01.2017 auf 59.492,68 USD am 02.04.2021. Die virtuelle Kryptowährung erlebt einen furiosen Preisfindungsprozess, der sich noch nicht umkehrt und sich zweifelsohne als starker Gegenwind für Gold erweist. Aber ob das reicht, Gold gefährlich zu werden?

Gold-DNA – Ein Gen für langen Atem

Der Gold-Bullenmarkt ist im ersten Drittel 2021 ins Stocken geraten. Er scheint in seiner Handelsspanne zwischen 1.600 und 1.850 Dollar pro Feinunze (31,103 Gramm) gefangen zu sein. Weder ein Auf, noch ein Ab sind wahrscheinlich. Dollarstärke und US-Zinsanstieg haben einen wesentlichen Anteil daran.

Am 2. Januar notiert Gold noch 1.898,60 USD (1.554,25 EUR). Drei Monate später beendet Gold das erste Quartal mit einem Verlust von 10 Prozent. Es ist das schlechteste Quartal seit dem vierten Quartal des Jahres 2016.

Die Prognosen für den Goldpreis 2021 waren geprägt von Optimismus und Zuversicht. Einige Vorhersagen hielten sogar die 3.000 Dollar-Marke und mehr pro Feinunze für realistisch. In der Realität angekommen steht Gold im Frühjahr 2021 vor einer großen Herausforderung. Alle klassischen Faktoren, die für ein Durchstarten des Goldpreises sprechen, zünden einfach nicht richtig. Die Bullen halten den Markt im Hier und Jetzt gefangen. Aber auch ein Bärenmarkt ist unwahrscheinlich. Denn das neuerliche Zwei-Millionen-Dollar-Konjunkturpaket von US-Präsident Joe Biden und die Aussage der Fed, in den nächsten 2 Jahren keine Zinsanhebung vorzunehmen, gibt dem Goldpreis wieder neuen Rückenwind.
Es wäre nicht das erste Mal, dass Gold sich eine kleine Auszeit nimmt, um danach umso erfolgreicher aufzuschlagen.

Der aktuelle Goldpreis notiert 1.737,43 USD (1.462,60 EUR).
1 Bitcoin entspricht 57.490,82 USD (48.213,00 EUR).
Stand: 07.04.2021; 11.40 Uhr.



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