17.04.2021

EU-Mitgliedstaat setzt verstärkt auf Gold

„Ungarn verdreifacht seine Goldreserven“

Die Meldung vom Mittwoch, den 7. April 2021, war eine Nachricht unter vielen. Und doch sagt sie so viel mehr darüber aus, wie es um die Währung des EU-Mitgliedstaates Ungarn steht, der bis heute die EU-Kriterien zur Einführung des Euro noch nicht erfüllt hat, stattdessen aber seine Goldreserven um 53 Tonnen auf 94,5 Tonnen verdreifacht. Ein Staat entscheidet sich für Gold als Wertaufbewahrungsmittel, das private Anleger und Investoren im Kleinen als „sicheren Hafen“ bezeichnen. 

Für Analysten ist die Entscheidung der ungarischen Notenbank „pro Gold“ nachvollziehbar. Gold als Aushängeschild eines Landes, das wirtschaftlich wahrgenommen werden will. Das in Zeiten von Corona, wachsende Schulden und Inflationsrisiken mit der weltweit anerkannten Währung „Gold“ entgegentreten will. Hinzu kommt eine mögliche Zinssteigerung der explodierenden Staatsschulden. Der Werteverlust an Staatsanleihen würde Geschäftsbanken in eine zusätzliche Bredouille bringen. Das, und die Aussicht, dass Ungarn die Goldvorräte in den kommenden Jahren um weitere 100 Tonnen aufzustocken will, stellen Gold ein Zeugnis aus, wie es besser nicht sein kann. 

Ein Ansporn für Goldanleger

Wenn internationale Noten- und Zentralbanken sich mit Gold eindecken, und Gold von höchster Stelle als „sicherer Hafen“ propagiert wird - quasi einen Vertrauensverlust vor der eigenen Währung eingsteht - kann der unsichere Goldanleger dieser Tage seine Zweifel ruhigen Gewissens beiseitelegen. Die Entscheidung, erarbeitetes Geld in Gold einzutauschen, kann so falsch also nicht sein. Das Gegenteil ist der Fall. Denn das Vertrauen in unser instabiles sogenanntes „Papiergeld-System“ schwindet weltweit, nicht nur in Ungarn.

Lenken wir also den Blick weg von Ungarn und schauen auf Deutschland. 
Anders als in Ungarn, sind die Deutschen in der Breite betrachtet wohlhabende Menschen mit rund 1,8 Billionen Euro auf Giro- und Tagesgeldkonten. Obwohl immer noch 45 Prozent der Deutschen auf dem Sparbuch sparen, 30 Prozent in eine Renten- und Kapitallebensversicherung einzahlen und sich 20 Prozent für die Riesterrente entschieden haben, verzeichnen andere Produkte und Anlageformen ein Chancenplus. Vorausgesetzt, die Qualität der Beratung und Betreuung durch vertrauensvolle und zertifizierte Dienstleister stimmt. 

Gold behauptet sich gerade in Krisenzeiten

Das Anlageprodukt Gold ist bei Deutschen sehr beliebt. Es birgt Vertrauen, weil das Edelmetall nicht nur eine Kapitalanlage ist, sondern auch eine werterhaltende Währung für Krisenzeiten. Das hat sich in den Köpfen der Menschen generationenübergreifend festgesetzt. Genauso haften geblieben ist aber auch die Tatsache, dass Währungen durch Inflationen und Geldschwemme komplett wertlos geworden sind. Die Quintessenz ist ein irreparabler Vertrauensverlust. Wo Vertrauen schwindet, wächst die Offenheit für neue Wege, sprich die Erwägung einer Kapitalanlage in Edelmetalle wie Gold, Silber u.a. Explizit, die in Goldmünzen (48 %), Goldbarren (44 %) und goldbesicherte börsengehandelte Wertpapiere (ETCs (39%). Vor allem junge Leute setzen vermehrt auf Gold. Eine Generation, die gerade in der Corona-Pandemie hautnah miterlebt, wie einige Währungen um ihre Existenz kämpfen. 

Der aktuelle Goldpreis notiert 1.736,63 USD (1.449,92 EUR) je Feinunze. (31,103 Gramm). 
Stand: 14.04.2021; 22:00 Uhr.



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