10.06.2021

Gold - Weil stabile Geldanlagen rar geworden sind

Gold ist auf dem Vormarsch! Mehr noch, Gold ist mal wieder in aller Munde und so teuer wie lange nicht mehr. Die ellenlange Frühjahrsmüdigkeit des gelben Edelmetalls scheint verflogen zu sein. Die Marke von 1.900 US-Dollar/ Feinunze (31,103 Gramm) ist geknackt. Es ist der fünfte Wochengewinn in Folge.

Aber was heißt das in Zeiten unkontrollierter Geldpolitik, niedrigen Zinsen, bei einem gleichzeitig möglichen Ende der weltweiten Corona-Pandemie?

 

Dass die Zentralbanken die Inflation noch stoppen können, wird kein seriöser Banker so ohne Weiteres bejahen. Selbst eine angemessene Reaktion auf die lockere Geldpolitik und das immer heftigere Herumschrauben an den Zinsen ist nicht in Sicht.

Die Quintessenz daraus ist leicht abzulesen und bedarf keiner akademischen Ausbildung: Die Risiken einer nachhaltig anziehenden Inflation steigen. Wo bleibt die Klugheit aus erlebtem Schaden, diese Negativspirale geldpolitischer Raserei doch noch zu stoppen? Eine der wohl wichtigsten Fragen, die Privatanleger und institutionelle Investoren derzeit beschäftigen. Es scheint, als bliebe sie noch länger unbeantwortet. Anleger, die für ihr Geld lange und hart gearbeitet haben und von leeren Versprechungen unzähliger Anlageanbieter die Nase gestrichen voll haben, werden auf der Suche nach seriösen und vertrauensvollen Anlageoptionen kaum noch fündig. In diesem Jammertal steht die hochgelobte Riesterrente stellvertretend für eine Vielzahl von schöngeredeten und unrentablen Altersvorsorgen.

 

Weltweites Interesse an Gold nimmt Fahrt auf

 

In diesen Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheiten bietet Gold eine stabile Geldanlage. Das wohl prominenteste aller Edelmetalle erfreut sich immer dann größter Beliebtheit. Seine „perfekten Helfer“ sind wieder einmal die enttäuschenden US-Immobilienmarktdaten, die abstürzenden Anleiherenditen, der schwache US-Dollar, sowie die katastrophale Geopolitik.

 

Gold reagiert sehr sensibel auf geopolitische Risiken. Sollte der neugewählte US-Präsident Joe Biden die „Trumpsche“ Hinterlassenschaft zahlreicher Handelsstreitigkeiten wieder zurechtrücken können, wird sich das auch auf die Krisenwährung Gold dämpfend auswirken. Andererseits steht noch immer die ultralockere Geldpolitik im Raum, die auch nach Corona beziehungsweise nach hinreichender Immunisierung der Bevölkerung längst nicht der Vergangenheit angehören dürfte. Die aufgeblähten Bilanzsummen der Zentralbanken sowie die enorm gestiegenen Schuldenberge lassen sich nicht so einfach wegdiskutieren.

 

Die Argumente für Gold bleiben also bestehen. Während die in den Devisenreserven der Zentralbanken gehaltenen US-Dollar-Anleihen so gut wie keine positiven Nominalrenditen abwerfen, hat Gold im Segment der Währungsreserven wieder einen Aufschwung zu verzeichnen. Die merkliche Abkühlung bei Goldkäufen der Zentralbanken in Jahr 2020 war

anscheinend nur temporär, denn das mäßige Interesse der Zentralbanken an Gold nimmt 2021 wieder sichtbar mehr Fahrt auf. Selbst Länder wie die Türkei und Usbekistan, die ihre Goldbestände in 2020 verringert haben, kauften zuletzt wieder Gold dazu. Auch die Schmucknachfrage dürfte sich nach einem sehr niedrigen Niveau in 2020 - primär verursacht durch Länder wie Indien und China - in 2021 wieder erholen.

 

Insgesamt betrachtet hat Gold wieder das Zeug, um 2021 in allen Segmenten seines Könnens zu glänzen.

 

Der aktuelle Goldpreis notiert 1.889,76 USD (1.551,92 EUR). Stand: 09.06.2021; 22:00 Uhr.



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