09.07.2021

Gold - Halbzeitbilanz 2021

Zur Erinnerung

 

Gold kommt aus einem Erfolgsjahr, dass es so noch nie gab. Vom Höhenflug im August von über 2.060 USD je Feinunze (31,103 Gramm), machte sich das beliebte Edelmetall ganz still und leise auf den Weg nach unten in normalere Sphären, und begann das neue Jahr bei respektablen 1.900 USD. Das erste Quartal schloss Gold dann mit eher mageren 1.707,82 USD ab. Hinter Analysten und Anleger lag somit eine Achterbahnfahrt, die fast täglich einen neuen Goldpreis hervorbrachte.

 

Die eigene Kraft des Goldes

 

Tagesschwankungen sind beim Goldpreis keine Seltenheit. Selbst die größten Gold-Skeptiker lassen sich schon lange nicht mehr von ihnen zu diversen Requiem-Headlines hinreißen. Auch Sie haben mittlerweile gelernt, dass die andauernde Geldmengenentwicklung respektive die explodierenden Inflationsraten dem gelben Edelmetall immer wieder Flügel verleihen. Und mittlerweile scheinen sie sogar begriffen zu haben, dass Gold trotz mancher Störfeuer ein berechenbares Geldanlageobjekt ist. Die Experten wissen nur zu gut - auch wenn sie es nicht laut sagen -, wenn ungedeckte Papierwährungen, Bitcoin und Co. das Handtuch geworfen haben, ist Gold immer noch, was es ist: eine solide Anlageform, die keine Konkurrenz fürchten muss!

 

Blickt man auf das erste Gold-Halbjahr 2021, zeigt Gold, dass es mehr kann als nur in sicheren Gewässern zu schippern. Gold kann auch Sturm. Und der ist derzeit wirklich angesagt, in Form von lukrativ klingenden Zinsanhebungen der Fed und der vorgegaukelten veränderten Marktstimmung.

 

Mag sein, dass der Goldpreis seine zwischenzeitliche Erholung wieder eingebüßt hat, während DAX und Co. ihre eigenen Rekorde feiern. Eine stille Preiserhöhung ist in weite Ferne gerückt hat. Und die Prognose für das dritte Quartal wird auch stillschweigend nach unten korrigiert. Die Rede ist von 1.850 USD plus minus. Obwohl das Abwärtsrisiko des Goldpreises immer weiter steigt, bleiben Analysten dennoch ihren positiven Gedanken aus dem 4. Quartal 2020 treu. Ihre stoischen Vorhersagen für die Jahre 2021/ 2022 sehen den Goldpreis sogar bei einer Notierung von 2.300 USD. Eine gewollte Zuversicht? Ein Schelm, der etwas anderes denkt.

 

Die jüngste Ankündigung der US-Notenbank, ihre Leitzinsen anzuheben, rüttelte den Goldmarkt gehörig durcheinander. Aber allen Goldanlegern sei gesagt, es gibt nicht nur die Fed oder die EZB. Es gibt auch Inflation (leider), Minuszinsen und die unabsehbaren Folgen der Corona-Krise.

Wenn Verluste angefallen sind, haben diese mit einer kurzfristigen Marktstimmung zu tun. Denn Gold reagiert nicht nur ausschließlich auf die Geldpolitik der Notenbanken. Gold profitiert auch von der stärkeren Nachfrage erfahrener Anleger. Das betrifft auch die wichtigsten Nachfrageländer wie Indien und China. Beide Länder haben ihre Goldimporte aufgestockt. Immer mehr Anleger schauen sich die Aktivitäten dieser Länder ab.

 

Gold notiert am 30.06. 2021 bei 1.776,58 USD (1.499,30 EUR).

 

Auch wenn Gold augenscheinlich 6,15% in Dollar und 3,97% in Euro „kurzfristig“ im Minus steht, während Silber, Platin und Palladium im gleichen Zeitraum leichte Pluszahlen vermelden, wird Gold sich immer auf seine mittel- bis langfristigen Stärken besinnen. Darauf können Anleger setzen.



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