06.08.2021

August-Gold hat Aufwärtspotenzial

Gold wird auf dem Weltmarkt in Dollar gehandelt. Daraus ergibt sich, dass der Goldpreis immer auch untrennbar mit den US-Konjunkturdaten verbunden ist. Ein erholter US-Dollar und eine anhaltende bullische Phase an den Aktienmärkten machen sich im Normalfall sofort auf die Spotpreise für Edelmetalle wie Gold und Silber bemerkbar. Anleger ziehen ihr Kapital aus dem Edelmetallmarkt heraus - oder investieren erst gar nicht - und platzieren es in andere Anlageformen. Ergo: Der Goldpreis fällt.

 

So geschehen im Juni 2021. Der Spotpreis für Gold fällt zeitweise auf 1.750 US-Dollar je Feinunze (31,103 Gramm) zurück. Hatte sich Gold doch gerade aus dem März-Tal mit 1.680 USD wieder auf die stolze 1.908 USD-Marke hochgearbeitet.

 

Der Blick in die USA ist ein sorgenvoller

 

Schuld an der Juni-Goldpreis-Delle waren einerseits die starken Dollarindex treibenden US-Konjunkturdaten, sowie die versteckten Andeutungen der US-Notenbank, Fed, die nach der Corona-Pandemie ausufernde und ultraexpansive Geldpolitik zeitnah überdenken zu wollen. Anleger, die in Staatsanleihen investiert hatten, sahen in der Äußerung des Notenbankchefs Jerome Powell einen Silberstreif am Rendite-Horizont. Höhere Renditen bei Staatsanleihen und Aktien und ein gefestigter Dollar stellen für den Goldpreis immer eine schwere Bürde dar.

Dennoch sind die Entwicklungen in den USA besorgniserregend, wenn man die enttäuschenden Daten vom US-Arbeitsmarkt und den neuerlichen Anstieg der Konsumentenpreise (Inflationsrate) auf 5,4 Prozent betrachtet. Zudem bestätigt die Fed das Zinsniveau zwischen 0,0 und 0,25 Prozent. Alles in allem ein schrilles Warnsignal, das auch die Europäische Zentralbank (EZB) mit Sorge zur Kenntnis nimmt. Denn auch in Deutschland ist die Inflationsrate von 2,3 auf 3,8 Prozent angestiegen. Diese eher schlechten Konjunkturdaten könnten dem Goldpreis wieder mächtig auf die Sprünge helfen.

 

Die August-Aussichten für das begehrte Edelmetall sind daher recht gut. Stichwort „sicherer Hafen“ in unsicheren Zeiten.

Sollte Gold im August dem Widerstand von 1.800 USD nachgeben können, werden dem Monat August gute Voraussetzungen prognostiziert, ein recht stabiler Goldanlage-Monat zu werden. Denn der Dollar bleibt doch mehr oder weniger ein Wackelkandidat. Sein eher mickriger Aufschwung gegenüber dem Euro verblasst doch zusehends.

 

Der Blick trügt ein wenig, dass Anleger vorübergehend ihr Interesse an Gold verloren haben könnten. Das Gegenteil ist der Fall. Noch immer hat physisches Gold - sei es in Goldmünzen und kleinen Barren - bei Privatanlegern im Segment werterhaltender Anlageoptionen die Nase vorn.

Es sind wie immer die wirtschaftlichen und geopolitischen Katastrophenmeldungen, die Gold an die Spitze der Beliebtheitsskala der unzähligen Anlageformen hieven. Neben der negativen Korrelation zu Aktien, Dollar und Zinsen, sind es die mögliche Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus - Stichwort höhere Fallzahlen, verbunden mit einem neuerlichen Lockdown - die Finanzierung der Corona- Pandemie und der ungewisse Ausgang der Bundestagswahl im September, die die deutschen Bundesbürger auch zukünftig an Gold festhalten lassen.

 

Bei der Berücksichtigung aller Komponenten hat das August Gold zweifelsohne das Potenzial eine neue Erfolgsgeschichte zu beginnen. Wenn auch nicht gleich die prognostizierten Geschichten von Investorenlegenden, die den Goldpreis schon bei 3000 - 5000 USD pro Unze sehen.

Der aktuelle Goldpreis notiert 1.827,40USD (1.537,15 Euro). Wechselkurs EUR/USD 1,1887 Stand: 04.08.2021



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