20.01.2022

Der Goldpreis und der US-Dollar

Eine Faustregel besagt: Ein starker Dollar schwächt den Goldpreis, ein schwacher Dollar lässt ihn ansteigen.

Bei einem starken Dollar muss der Anleger weniger Geld für die gleiche Menge Gold ausgeben. Und umgekehrt.

 

Historisch korreliert jedoch der Goldpreis negativ zum US-Dollar-Kurs. Gemeint ist ein negativer Zusammenhang in der Wechselbeziehung zwischen dem Goldpreis und der Entwicklung des US-Dollars. Dieser soggenannte Korrelationskoeffizient liegt bei minus 0,45.

 

Erklärung:

 

Der Wertebereich von Korrelationskoeffizienten liegt zwischen -1 und +1. Der Wert +1 deutet auf einen vollständig positiven linearen Zusammenhang zwischen zwei Merkmalen hin. Der Wert -1 zeigt einen vollständig negativen linearen Zusammenhang.

 

Gold wird auf dem Weltmarkt in US-Dollar pro Feinunze (31,103 Gramm) gehandelt. Neben dem Euro, den japanischen Yen und dem Schweizer Franken ist der US-Dollar die Standard- respektive Leitwährung für Gold. Der aktuelle Kurs des Dollars und sein Verhältnis zu anderen Währungen beeinflussen maßgeblich den Goldspotpreis.

 

Keine Regeln ohne Ausnahmen

 

Für Anleger und Investoren mag dieser über Generationen gereifte Erfahrungsschatz eine Hilfe sein.

Weil diese einfache Formel “Ein starker Dollar ist schlecht für den Goldpreis, und umgekehrt“ aber auch eine gegenläufige Ausnahme birgt, ist und bleibt der Goldpreis eine volatile Größe, wie sich in turbulenten Zeiten wie diesen einmal mehr herausgestellt hat. Denn was der Goldpreis seit Monaten während der weltweiten Corona-Pandemie veranstaltet - begleitet von kleinen Dellen nach oben bzw. nach unten - spiegelt genau dieses unkalkulierte, mitunter sogar gegensätzliche Verhalten zum US-Dollar wider. Mit hervorgerufen durch andere Beeinflussungen, wie zum Beispiel die Immobilien-, Finanz- und Staatsschuldenkrise, Negativzinsen und Co.

 

Es wird immer schwerer für die Menschen Rücklagen für sogenannte „schlechte Zeiten“ zu bilden.

Die weltweite Mega-Inflation scheint derzeit keine rote Linie zu kennen. Nichts scheint sie aufzuhalten. Den Menschen fließt derweil ihr erarbeitetes Geld wie Sand durch die Finger. Ob Miete, Lebensmittel oder Energie, die alltäglichen Dinge des Lebens sind im Vergleich zum Vorjahr im Preis exorbitant angestiegen. Im Dezember 2021 waren es in Deutschland und im Euroraum 5,3 Prozent, in den USA sogar 7 Prozent. Und ein Ende ist nicht in Sichtweite! Daher ist kluge Vorsorge angesagt. Möglichst weitab von allen strauchelnden Währungen.

 

Anleger die ihr Geld in Gold eintauschen – ob in Goldmünzen oder Goldbarren -, haben sich für eine Geldanlage entschieden, die stark mit dem Dollarpreis verbunden ist. Wie viel Gold sie in Euro kaufen können, hängt auch entscheidend vom Wechselkurs von Euro in Dollar ab. Dieser beschreibt den Preis einer Währung in einer anderen Währung.

 

Beispiel:

 

Steht der Wechselkurs EUR / USD bei 1,1413, bekommt man für 1 EUR 1,14 USD. In der Umkehrung heißt das: Für 1 USD bekommt man 0,87 EUR.

In der Anlagepraxis wirkt sich dieses Faktum spürbar auf den Geldbeutel von Anleger und Investoren aus.

 

Der aktuelle Goldpreis notiert 1.824,61 USD (1.609,25EUR). Wechselkurs EUR / USD 1,1336.

Stand: 19.01.2022; 15:19 Uhr.



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