27.01.2022

Zentralbanken setzen auch weiterhin auf Gold

Die Zeiten, als die Zentralbanken ihre Währungen mit Goldreserven absicherten, ist seit der Abschaffung des Goldstandards (Golddeckung einer Währung) in der Mitte des 20. Jahrhunderts Geschichte. Dennoch ist die Verbindungen der Währungen zu Gold im heutigen internationalen Währungssystem freier Wechselkurse

geblieben.

Obwohl den US-Dollar immer noch der Ruf der „Reservewährung der Welt“ begleitet, kaufen die Zentralbanken auch weiterhin Gold. Selbst das Federal Reserve System (Fed, Zentralbank-System der Vereinigten Staaten). Wohl auch, weil sie im stillen Kämmerlein wissen, dass das gelbe Edelmetall bei einem etwaigen Zusammenbruch ihres anscheinend unverwüstlichen Systems die perfekte Rettung darstellen könnte. Sozusagen als ultimativer Rettungsanker zur Wahrung der Kaufkraft. Genau genommen aus dem gleichen Grund, warum auch Privatpersonen ihr Erspartes in werterhaltendes Gold eintauschen. Die Rede ist vom sog. „sicheren Hafen“.

 

Nimmt man einmal die Goldeinkäufe der Zentralbanken genauer unter die Lupe, bewahrheitet sich die Wichtigkeit des sicheren Hafens Gold.

An der Spitze der Goldeinkäufer stehen die USA, gefolgt von der Bundesbank.

In Zahlen drückt sich das so aus, dass die USA im 2. Quartal 2021 8.133,5 Tonnen Gold horten. Das sind 78,70 Prozent der gesamten Währungsreserven der Vereinigten Staaten von Amerika. Die Bundesrepublik Deutschland besitzt 3.369,1 Tonnen Gold. Ein Anteil von 76,10 Prozent der gesamten Währungsreserven.

Den größten Goldzukauf im 2. Quartal 2021 verzeichnen Thailand und Japan. Im gesamten Kalenderjahr 2020 kaufte die türkische Zentralbank erneut am meisten Gold (134,5 Tonnen), gefolgt von Indien (38 Tonnen) und Russland (27,4 Tonnen). Und es ist kein Zufall, dass gerade autokratisch geführte Länder wie China, Russland und die Türkei so viel Gold kaufen. Ihr kontinuierlicher Goldankauf ist die Folge einer klaren Strategie. Ihnen ist der Dollar ein Dorn im Auge. Sie finden die Dominanz des Dollars im Welthandel überhaupt nicht lustig. Sie fürchten die Abhängigkeit und Sanktionen der Amerikaner und würden den ungeliebten Dollar lieber heute als morgen scheitern sehen.

 

Russland beispielsweise hat 2018 100 Milliarden USD amerikanischen Staatsanleihen abgestoßen, und sich stattdessen mit Yuan, Euro, Yen und Gold eingedeckt. Aber jede Strategie birgt auch Verluste. Ein schwächelnder Yuan und ein stärkerer Dollar brachte Russland einen Verlust von einigen Milliarden.

Wie gut, dass es das werterhaltende Edelmetall Gold gibt.

Dem eifrigen Goldkauf der Zentralbanken stehen auch Goldverkäufe gegenüber. Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie versuchen Zentralbanken fiskalische Eintrübungen durch Goldverkäufe aufzufangen. Unter den Top 6 Goldverkäufen in 2020 nimmt Deutschland mit 4 Tonnen den 6. Rang ein. Hinter Kolumbien (9,7), Philippinen (10), Tadschikistan (11,3), Sri Lanka (12,9) und der Mongolei (14,8 Tonnen).

 

Im Vergleich zu Goldkäufen sind die Verkäufe gesamt betrachtet aber eher gering. Wohl wissend um die Fähigkeit des gelben Edelmetalls, in schlechten Zeiten eine perfekte Absicherung zu sein.

 

Der aktuelle Goldpreis notiert 1.842,27 USD (1.632,60 Euro) je Feinunze (31,103 Gramm).

Der Wechselkurs EUR / USD notiert bei 1,1287.

Stand: 26.01.2022; 15:07 Uhr.



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