19.05.2022

Gold und Bitcoin – Wenn Vergleiche hinken

Zurzeit haben Gold und Bitcoin etwas gemeinsam. Beide Anlage-Optionen sind in aller Munde. Aber das war es dann auch schon, so gut, wie.

 

Während sich Gold längst im Anlage-Mainstream etabliert hat und über Jahrhunderte das Symbol für Werterhaltung und Sicherheit steht, ist der Bitcoin, wie alle seine digitalen Ableger Ether, Litecoin, Ripple, Dash, Cardano und Co., als wertige Anlage-Option schwer unter Druck geraten. Seit Jahresanfang hat der Star unter den Digitalwährungen 40 Prozent eingebüßt. Auf Monatssicht immerhin noch über 30 Prozent.

 

Kryptowährungen können nicht mehr nur unter „technische Kuriosität“ oder „trendige Modeerscheinung“ abgetan werden. Der gelistete Trust von Bitcoin an der Nasdaq und an der CMEFuture-Börse im Wert von 38 Milliarden US-Dollar haben schon eine starke Aussage. Auch, dass Depot-Banken Pläne in der Schublade haben, Bitcoins zu bedienen. Dennoch, von einer gereiften Anlageklasse wie Gold es ist, sind Bitcoins und Co. meilenweit entfernt. Sie ähneln Papiergeld und haben keinen materiellen Vermögenswert. Ohne Vertrauen - welches Papiergeld auch immer mehr abhanden zu kommen scheint - sind Bitcoins wertlos. Der sog. „intrinsische Wert“ (innere Wert, welcher mindestens so hoch ist wie seine Förderkosten) schlummert halt nur in Edelmetallen, nicht in künstlichen Bitcoins.

 

Die circa 19.400 Kryptowährungen haben einen derzeitigen Marktwert von rund 1,1 Billionen USD. Man kann wohl zu Recht von einer Talfahrt der Internetwährungen sprechen, wenn noch vor nicht einmal 18 Monaten der Rekordwert aller Kryptowährungen mit fast 3 Billionen USD beziffert wurde. Die schlechte Stimmung der Marktteilnehmer ist daher verständlich. Die händeringenden Versuche von Fachleuten zu erklären, dass einerseits die steigenden Leitzinsen für Skepsis am Kryptomarkt sorgen, und andererseits die Turbulenzen der anders gearteten Kryptowährung namens TerraUSD oder UST schuld am ganzen Kryptodilemma sind, rütteln nichts an der beklemmenden Tatsache, dass derart großes Vertrauen verspielt wurde, welches nicht mal eben wieder zurückgewonnen werden kann.

 

Man stelle sich nur einmal vor, Gold verlöre innerhalb eines guten Jahres auch nur einen Bruchteil von dem, was alle Kryptowährungen an Wert eingebüßt haben. Schon die Tatsache ist unvorstellbar.

 

 

Der angekratzte Ruf so mancher Digitalwährung sollte Anleger zum Nachdenken bringen. Digitale Währungen schwanken zu stark im Wert. Sie sind energieintensiv und höchst anfällig für Missbrauch und für Kleinanleger eher ungeeignet. Vertrauen geht anders!

 

Die Unsicherheit an den Aktien- und Zinsmärkten machen auch dem Goldpreis Sorgen. Wer würde das leugnen wollen? Aber Gold hat ein Standing, weil es nie wertlos wird. Diese DNA schafft Vertrauen. Vor allem auch für Kleinanleger.

 

Die US-Notenbank wird ihre angekündigten „Zinserhöhungen mit Augenmaß“ zeitnah in die Tat umsetzen. Im Mai sind es 50 Basispunkte, im Juni sollen es gar 75 Basispunkte sein. Leitzinserhöhungen treffen beide, Gold, so wie auch Digitalwährungen gleichermaßen.

 

Wie viel Zukunft Kryptowährungen haben, steht noch in den Sternen. Wie viel erfolgreiche Vergangenheit Gold schon aufzuweisen hat, macht es zu einem der sichersten Anlageprodukte überhaupt. Der aktuelle Goldpreis bietet gute Chancen für Neueinsteiger.

 

Gold notiert aktuell bei 1.812,47 USD (1.723,70 EUR) Wechselkurs EUR / USD: 1,0517

Stand: 18.05.2022, 16:18 Uhr



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