03.08.2022

Bei Zinserhöhung hat Gold das Nachsehen, aber …

Anleger und Investoren, die ihr Vermögen dem Krisenmetall Gold anvertrauen, werden fast täglich mit Schocknachrichten konfrontiert. Die letzte entstammt der 30. KW und betraf die Leitzinserhöhung der EZB. Goldanleger wissen: Wenn die Zinsen steigen, fällt der Goldpreis. Und im Normalfall umgekehrt.

 

Die Entscheidung der europäischen Zentralbank der hohen Inflationsrate im Euroraum (8,6 Prozent) entgegen zu treten, in dem sie die Leitzinsen nach Jahren der Niedrigzinspolitik wieder erhöhen, war für viele Experten ein längst überfälliger Schritt. Dass die Erhöhung mit 0,5 Prozentpunkten höher als erwartet ausfiel, überraschte jedoch sehr. Gleichzeitig bemängeln viele Ökonomen, dass ein größerer Schritt nötig gewesen wäre. Daher, so die Experten, sei es viel zu früh von einer Zeitenwende in der Geldpolitik der europäischen Währungsunion zu sprechen, zumal die Fed einen weiteren Zinsschritt um 75 Basispunkte auf 2,25 bis 2,50 Prozent in die Wege geleitet hat.

 

Grund zur Freude haben Anleger, die in Hochzinszeiten durch ein kluges Investment auf Festgeld- oder anderen Konten gute Rendite erzielen können. Ohne größeres Risiko. Wer auf andere Anlageoptionen setzt, beispielsweise auf Rohstoffe wie Erdöl, Kaffee, Gold oder Silber weiß, dass seine Anlage keine laufenden Gewinne einfährt und die reduzierte Nachfrage den Preis mitunter auch massiv purzeln lassen kann.

 

Edelmetalle werden auf dem Weltmarkt in Dollar gehandelt. Angebot und Nachfrage regeln den Preis. Das gilt für physisches Gold, wie Barren und Münzen ebenso, wie für Derivate (Papiergold, Goldzertifikate). Dieses unkalkulierbare “Angebot-Nachfragespiel“ birgt für den Goldpreis eine höchst sprunghafte und unbeständige Größe. Die dem Gold zugeschriebene Volatilität kann in einem kurzen Zeitraum passieren. Die Gründe dafür sind vielfältig. Denn Gold, Geldpolitik, Inflation und Zinsen sind eng mit einander verwoben. Der Goldpreis reagiert sofort, wenn Notenbanken an der Zinsschraube drehen. Egal, in welche Richtung.

 

Das Inflationsziel der Zentralbanken sind mittlerweile märchenähnliche 2 Prozent. Dabei darf nicht außer Acht gelassen werden, dass die Inflationsrate/ Teuerungsrate im Mai 2022 bei 7,6 Prozent liegt. Diese setzt sich aus 12,7 Prozent Verbraucherpreise Nahrungsmittel und 38,0 Prozent Verbraucherpreise Energie zusammen.

Wird die Geldmenge durch unkontrolliertes Gelddrucken der Zentralbanken erhöht, strauchelt die Währung und verliert so an Kaufkraft. Genau das Dilemma spiegeln zurzeit die weltweiten Inflationsraten wider. Der Weg scheint Richtung Rezession (wirtschaftlicher Abschwung) zu gehen.

 

Für Anleger in Gold ist diese Inflationsphase eine Zeit die höchste Aufmerksamkeit erfordert. Trotzdem müssen Anleger nicht in Panik verfallen und auch nicht getätigte Anlagen abstoßen. Erfahrene Goldanleger behalten selbst in Zeiten wie diesen die Ruhe Verluste durch Verkäufe zu vermeiden. Sie wissen um die vielen verschiedenen Variablen ihrer werterhaltenden Goldanlage. Vermögenssicherung heißt Vertrauen zu haben. Auch Neueinsteiger sollten sich diese Ruhe bei erfahrenen Anlegern abschauen.

 

Auch wenn die EZB ankündigt, dass der Leitzins bis Jahresende bei 1,25 Prozent liegen wird, bleibt der Realzins negativ. Zum Leidwesen der Sparer. Für Goldanleger ein Grund, auf einen Goldpreis zu hoffen, der einen stabilen Grund bei 1.780 USD je Feinunze (31,103 Gramm) findet. Die derzeitige Richtung stimmt.

 

Der aktuelle Goldpreis notiert 1.768,30 USD (1.736,25 EUR) Der Wechselkurs EUR / USD: 1,0184;

Stand 03.08.2022, 10:10 Uhr



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