31.08.2022

Gold trotzt dem erstarkten Dollar

Wie alle anderen Rohstoffpreise auch, hat der Goldpreis trotz widrigen geopolitischen und wirtschaftlichen Einflüssen eine schwere Zeit zu überstehen. Die Erfahrung und Logik vergangener Jahre, Gold zöge immer ein Nutzen aus den Problemen dieser Welt, wird von erfahrenen Ökonomen und Edelmetallexperten so nicht mehr ohne weiteres unterschrieben. Zu auffällig präsentieren sich neuartige Einflüsse auf den Goldpreis, die kaum noch eine logische Prognose möglich machen. Da fällt es Anleger und Investoren immer schwerer den Überblick zu behalten.

 

Wie wird der Goldpreis bestimmt?

 

Täglich um 10:30 Uhr und 15:00 Uhr - außer am Wochenende - wird der Goldpreis in London per elektronischer Auktion festgelegt, was eine Feinunze (31,103 Gramm) des gelben Metalls kosten soll. Ein Dutzend Banken aus aller Welt nehmen an diesem Procedere teil. Minenunternehmen, Banken, Firmen und Anleger können mit dem sekündlich ändernden Preis an der Börse nicht viel anfangen. Sie brauchen daher um handeln zu können einen festen Wert. Der sog. „gefixte“ Goldpreis stellt den Referenz-/Richtwert für den globalen Goldhandel respektive Derivate-Geschäfte wie Optionen, Futures, Zertifikate, Differenzkontrakte und Swaps (Tauschgeschäfte) dar.

 

Die anhaltend problematischen Umstände (Ukraine-Krieg, Inflation und Energiepreisexplosionen - um nur einige zu benennen - sind neben dem Marktgesetz „Angebot und Nachfrage“ die markantesten Einflussfaktoren auf den Goldpreis. Dazu bieten die Jahresbilanzen der Goldproduzenten gute Anhaltspunkte wie es um die Preisentwicklung bzw. um die derzeitige Anlagesituation von Gold bestellt ist.

 

Anleger wissen genau, warum sie ihr Erspartes gegen Gold eintauschen. Die am meisten genannten Gründe für eine Goldanlage sind die Goldanlage-Säulen “Werterhaltung“ und “Absicherung gegen Währungsturbulenzen“, wie sie beispielsweise eine Inflation kennzeichnet.

Goldbesitzer wissen aber auch, dass die Einschätzungen und vermeintlich sicheren Prognosen von Experten keine Garantien enthalten. Niemand kann wissen, was in den kommenden Stunden, Wochen oder Monaten passiert, dass den Goldpreis in eine ganz andere Richtung drängt, wie von der Fachwelt erwartet. Siehe Finanzkrise aus den Jahren 2008 und 2009 und die Coronakrise 2019/2020. So wie der Goldpreis urplötzlich zu eine Goldrallye mutieren kann, genauso schnell kann es mit ihm aber auch wieder abwärts gehen. Und schon stößt man wieder - gewollt oder ungewollt - auf die goldtypische Volatilität (Schwankung von Preisen und Devisenkursen). Und genau diese Volatilität begründet die Erkenntnis, dass eine kluge Goldanlage nichts mit kurzfristiger „Zockerei“ zu tun hat, sondern mit einer mittel- bis langfristigen Anlagestruktur die alle Dellen und Seitwärtsbewegungen des Goldspotpreises auffängt und abfedert.

 

An den Devisenmärkten zeigt der Dollar weiterhin seine Stärke. Das gefällt dem Goldpreis gar nicht. Daraus resultiert auch seine Bodenbildung unterhalb der Marke von 1.800 USD. Und dass, trotz schwacher Konjunkturdaten aus den USA und China mit anhängigen Rezessionssorgen weltweit. Der Goldpreis tritt seit Wochen mehr oder weniger auf der Stelle. Anleger sollten unbedingt auf den Wechselkurs EUR / USD achten. Beide Währungen haben sich seit dem 12 Juli 2022 auf einen Wechselkurs von 1:1 angeglichen. Zum ersten Mal seit Mai 2002 ist der Euro gegenüber dem Dollar auf Parität gefallen.

 

 

Der aktuelle Goldpreis pro Feinunze (31,103 Gramm) notiert 1.712,56 USD (1.714,50 EUR) Der Wechselkurs EUR / USD: 0,9988; Stand 31.08.2022, 11:27 Uhr.

 



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