28.06.2017

Italienische Bankenpleite - Der Steuerzahler wird es richten - Wer sonst?

Italienische Bankenpleite - Der Steuerzahler wird es richten - Wer sonst?


Vieles, was geschieht, ist umgangssprachlich betrachtet "wie im richtigen Leben". - Eines vorab: Mit den Banken ist es leider nicht ganz so "wie ... im richtigen Leben". -
Im richtigen Leben muss man für etwas das man verbockt hat geradestehen. Das heißt zum Beispiel wer Schulden macht muss sie irgendwann begleichen. Oder, wer überschuldet und zahlungsunfähig ist und klar erkennt, dass er seine laufenden Rechnungen und Kosten auf Sichtweite nicht in den Griff kriegt, muss Insolvenz anmelden. Geschieht das allerdings nicht, droht dem Betreffenden ein Strafverfahren wegen vorsätzlicher Insolvenzverschleppung. Da ist der Gesetzgeber hellewach und steht sofort in den Startlöchern und hat dafür auch gleich ein Strafmaß von bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder eine saftige Geldstrafe im Ärmel. 

Wie bereits mit Augenzwinkern erwähnt, das ist das richtige Leben für Otto Normalverbraucher. Ungeschminkt!
Abenteuerlich und total am richtigen Leben vorbei scharwenzeln sich dagegen die Banken und Geldinstitute. Für sie gelten andere Regeln. Sie können sich bis zum Abwinken in die größten Krisen rein zocken und verspekulieren. Vater Staat hat den Schutzschirm schon geöffnet und winkt mit Steuergeldern in Milliardenhöhe ans rettende Ufer. Manchmal bedarf es nur einer Randnotiz auf Seite zwei, die die Kredit- und Dispo abbezahlende Kundschaft kaum mitbekommen soll. 

So ungefähr war es auch am letzten Freitag in Italien als die Bankaufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) einen Dreizeiler platzierte, der die italienischen Banken "Popolare di Vicenza" und "Veneto Banca" aus den schönen Venetien zum Abschuss freigab und die längst bekannte Pleite - nun auch öffentlich - bestätigte. Und jetzt wird es noch abenteuerlicher. Weil EU-Regeln in derartigen Situationen Staatshilfen als Rettungsoption vorsehen, kann durch die Verabschiedung eines Noterlasses zum Verkauf der "gesunden" Teile der Banken, der Steuerzahler endlich in die Bresche springen. Dass die "faulen" Anteile in Bad-Banken versinken ist auch wieder so eine Randnotiz. 

Die Rechnung geht ans italienische Volk. Der Bestand an riskanten und faulen Krediten ist so hoch, dass die italienische Regierung bis zu 12 Milliarden Euro plus X zuschießen muss. Wohlgemerkt von Steuergeldern kleiner und kleinster Sparer, die ihre schwer erarbeiteten Guthaben-Konten mit Guthabenzinsen am Laufen halten.
Plötzlich ist alles wieder wie im richtigen Leben. Die Allgemeinheit bewahrt marode Banken vor dem Untergang. 


Sollte man da nicht schleunigst über eine stabile Kapitalanlage in Form von physischem Gold und Silber nachdenken? Ich meine schon! Thomas Straub / valvero Sachwerte GmbH, Berlin

 

 



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