05.07.2017

Das wundersame Eingeständnis eines

Das wundersame Eingeständnis eines "Mittäters" - Oder haben Schuldeingeständnisse nur Konjunktur? 

Der Mensch neigt dazu, niemals wirklich zufrieden zu sein. Er will immer höher hinaus, weiter, schneller, größer. Auch in der Politik und hauptsächlich in der Wirtschaft hat der Mensch dem Zauberwort "Wachstum" einen Heiligenschein verpasst. Aber es bleibt nun mal der egoistisch tickende Mensch, der seine Finger im Spiel hält wenn es darum geht die Wachstumsschraube immer weiter zu überdrehen. Es scheint ihm tatsächlich in die Wiege gelegt zu sein, dass Wachstum manchmal nicht genug ist. 

Aber dann trauten viele ihren Ohren nicht, was Ex-Zentralbanker Ben Bernanke unlängst auf der EZB-Konferenz in Portugal vor Wissenschaftlern und Geldpolitikern aus der ganzen Welt von sich gab. Er prangerte ein Phänomen an, welches nicht nur Ökonomen seit Jahren die Haare zu Berge stehen lässt. Nämlich, dass bei aller "Wachstumslobhudelei" die Reichen immer reicher, und die Armen immer ärmer werden. Und das sei ja wohl so nicht im Sinne des Erfinders. Und er hatte auch gleich die Schuldigen im Ärmel. Genau, die Ökonomen. Sie hätten nämlich die soziale Schieflage sehenden Auges geschehen lassen. In diesen Chor stimmte selbst Niedrigzinsverantwortlicher, EZB-Präsident Mario Draghi ein und beklagte die Ignoranz aller Entscheidungsträger. Ob er auch sich selbst meinte, ist nicht überliefert.

Aber einer, der unfassbar großen Reichtum am eigenen Körper dauerhaft ertragen muss, der US-amerikanische Milliardär und Starinvestor Warren Buffet, gab sich jetzt - in Zeiten, in denen Schuldeingeständnisse wohl sehr in Mode sind, selbst die Schuld am Dilemma der ungerechten Verteilung. Er behauptete doch glatt, O-Ton Buffet: "Das Problem sind Menschen wie ich". - Nein! Das soll er gesagt haben? Er, der 75 Milliarden Dollar sein Eigen nennt? Ja, hat er! Und wer Herrn Buffets Engagement zur Reduzierung dieser Ungleichheit verfolgt weiß auch, dass er sich neben Microsoft-Mitbegründer Bill Gates in der Stiftung "The Giving Pledge" verpflichtet, die Hälfte seines Vermögens zu verschenken. Dazu gab er noch ganz forsch eine Fußnote zur Steuerpolitik des neu gewählten US-Präsidenten Trump preis. Seine Steuerersparnis unter ihm, Trump, betrage sage und schreibe 17 Prozent. Der Weg zu Gerechtigkeit scheint zynische Züge zu haben. Bei so vielen Nullen hinterm Komma - und vor allem an den Schaltstellen der Finanzen - können sich Normalverdiener freuen, dass ihre Kapitalanlagen in Gold und Silber mehr Gerechtigkeit widerspiegeln. Na bitte, es geht doch! Thomas Straub / valvero Sachwerte GmbH, Berlin



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