20.09.2017

Wie ein Tsunami rast die Altersarmut auf uns zu

Wie ein Tsunami rast die Altersarmut auf uns zu 

Die Welt braucht nun wirklich nicht ständig geöffnete Augen, um nach Problemen Ausschau zu halten. Davon hat sie nämlich mehr als genug. Lässt man bei der Aufzählung der wesentlichsten Nöte die weltweiten Kriege, Vertreibungen, Verfolgungen und Hungerkatastrophen mal außen vor, wird der Berg an Problemen der einzelnen Länder und Kontinente leider nur unwesentlich kleiner. Obwohl man mit Fug und Recht - und auch mit viel Demut und Dankbarkeit feststellen kann, dass es Deutschland und seinen Menschen am besten geht von allen anderen Menschen auf der Erde, so hat sich ein Problem, das schon abgehakt schien, wieder in den Vordergrund gespielt. Die Altersarmut. Man mag es kaum glauben, obwohl Deutschland eines der reichsten Länder der Erde ist und ältere Menschen relativ selten arm sind, rollt eine gewaltige Welle der Altersarmut auf uns zu.  


Im Zeitalter von Hartz IV, Minijobs, Jobsharing und Teilzeitarbeit haben immer weniger Menschen Hoffnung , im Alter finanziell sorgenfrei leben zu können. Eine alarmierende Prognose der Bertelsmann-Stiftung besagt, dass das Armutsrisiko - also die Vorstufe von wirklicher Armut - von Neurentnern in den nächsten zwanzig Jahren bundesweit von 16,2 Prozent auf 20,2 Prozent ansteigen wird. Am stärksten betroffen werden Langzeitarbeitslose sein, Menschen ohne Berufsausbildung respektive Niedrigqualifizierte, sowie alleinstehende Frauen. Sie trifft es besonders hart. 

Trotz aller Schönrednerei seitens der Politik - gerade jetzt im Wahlkampf - ist die Zeit der sicheren Jobs mit langjähriger Bindung Schnee von gestern. Diese Selbstverständlichkeit der 1960 er Jahre ist der Angst gewichen, im Alter zum Bittsteller und somit zum wertlosen Teil der Gesellschaft zu werden. Diese unsägliche Entwicklung wird auch einen Domino-Effekt in der Wirtschaft auslösen. Die Jahrgänge der "Baby Boomer"-Generation - die heute 55 jährigen - wachen aus ihrem gewohnten Konsumrausch auf und fahren ihre Ansprüche massiv zurück. Und als sei die dadurch angestoßene Entlassungswelle bei Firmen noch nicht Abrissbirne genug, wird auch der Immobilienmarkt eine Verkaufs- und Zwangsversteigerungswelle erleben. Siehe Finanzkrise 2008/09. 

Wie schnell doch das "schnöde" Leben den Menschen ihre Unfähigkeit aufzeigt, aus Schaden klug zu werden. Wieder einmal. Aber keine Sorge, die Spirale nach unten hat keine Bremse. Wer sollte sie, selbst wenn sie vorhanden wäre, treten? Gewählte Milliardäre etwa oder Boni verwöhnte Vorstandsvorsitzende von DAX-Konzernen? Nein, wir schlittern weiter ungebremst Richtung Altersarmut. Ausgenommen sind selbstredend die High-Tech-Unternehmen aus Silicon Valley. Sie werden vor Wachstum weiter strotzen. 

Es bedarf nicht der Gedankenwelt eines notorischen Pessimisten für eine Vorahnung, die im positivsten Sinne von schwierigen Entwicklungen ausgeht. Ein "Balance-Denker" wird erkennen, dass es selten zuvor einen besseren Zeitpunkt gab, für die Zukunft in Edelmetalle wie Gold und Silber zu investieren. Thomas Straub / valvero Sachwerte GmbH, Berlin



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