06.10.2017

Neue Blasen bedrohen die US-Wirtschaft - Aus gehabtem Schaden nichts gelernt

Neue Blasen bedrohen die US-Wirtschaft - Aus gehabtem Schaden nichts gelernt

Der Blick von Europa und dem Rest der Welt auf Amerika trug immer eine bewundernde und bisweilen auch eine neidische Komponente in sich. Amerika, das war für Generationen DAS Land der unbegrenzten Möglichkeiten. „The American Way of Life“. Welch ein Klang?! Vom Schauspieler zum Präsidenten, vom Tellerwäscher zum Millionär. Geht nicht, gibt es nicht. Nicht in Amerika!

Dass es auch ein ungeschminktes Amerika hinter den Kulissen gibt, wollten selbst die Amerikaner lange Zeit nicht glauben. Trotz Vietnam- und Golfkrieg, Diskriminierung und Rassenkrawalle.

Umgarnt und umschwärmt von den seligen Blicken faszinierter Bewunderer und Neider ist die Realität oftmals nicht mehr als nur eine Fata Morgana. Also kaum beachtenswert und kein Grund zu reagieren. Aber warum sollte nicht auch Amerika diesem fatalen Trugschluss zum Opfer fallen?

Diese Frage beantwortete sich ganz von selbst im Jahr 2008 n. Chr. Als sich nämlich die Gier wie eine gnadenlose Epidemie auf das Wunderland Amerika legte, war es mit dem „Mehr-Schein-als-Sein“ der Weltmacht über Nacht vorbei.

Der 15 September 2008 war der Beginn einer Krise mit der größten Pleite eines Unternehmens weltweit, und jemals. Die US-amerikanische Investmentbank Lehman Brothers musste Insolvenz beantragen und brachte dadurch das globale Finanzsystem an den Rand des Abgrunds. Der weltweite Vermögensverlust wurde mit 15 Billionen Dollar beziffert. Bei allem Entsetzen - damals, wie heute - streiten Experten und Regierungen immer noch darüber, was denn nun die richtigen Lehren aus dieser Krise gewesen sind.

Wie schwer gerade das ist, zeigt das Verhalten der Menschen zehn Jahre danach. Es bilden sich schon wieder neue sogenannte „Blasen“ (Ausfallrate bei Krediten). Ähnlich dem damaligen Hypotheken-Boom. Die Konjunktur brummt und das Darlehengeschäft mit niedriger Bonität und hohen Zinsen boomt auch schon wieder. Nur, dass diesmal den Beobachtern weniger die Hypotheken Sorge bereiten, als vielmehr der Schuldenberg in anderen Segmenten wie Auto-Kredite, Studien-Kredite und Kreditkartenschulden.

Auto-Kredite schlagen in Amerika mit einem Volumen von 1,1 Billionen Dollar am stärksten zubuche. Jeder zweite Erwachse - rund 107 Millionen US-Bürger - kauft sein Auto auf Pump. Etwa ein gutes Fünftel davon wird mit schlechter, bzw. besonders schlechter Bonität vergeben. Auch bei Kreditkartenschulden brechen die Amis locker ihre bisherigen Rekorde und rütteln beharrlich an der 1 Billion-US-Dolar-Marke. Eine noch höhere Steigerungsrate als die Auto- und Kreditkartenschulden liefern die Studenten an den Unis. Beim Verlassen der Hochschulen hat jeder Student durchschnittlich 34.000 Dollar Schulden.

Wenn das alles nicht Warnzeichen genug sind, keine oder die falschen Lehren gezogen zu haben? -

Fehler in Klugheit umzumünzen scheint eine große Kunst des Lebens zu sein. Da haben es Goldanleger einfacher. Ihre Kapitalanlage basiert niemals auf einem Fehler. Thomas Straub / valvero Sachwerte GmbH, Berlin

 



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