01.11.2017

Mal eben Brexit? - Mal eben, wohl kaum!

Mal eben Brexit? - Mal eben, wohl kaum!

Es war eine von vielen Nachrichten am frühen Morgen des 24.06.2016. Und doch schlug das Ergebnis des Referendums der britischen Wähler vom Vortag zum Austritt des Landes aus der Europäischen Union ein wie eine Bombe. Das Unfassbare war geschehen. Mit 51,9 Prozent waren die Brexit-Anhänger dem Londoner Bürgermeister Boris Johnson und dem britischen Hardliner der Brexit-Beführworter und Chef der Unabhängigkeitspartei Ukip, Nigel Farage, ihrer „irrsinnigen Eingebung“ gefolgt. Während die anderen 48,1 Prozent der Briten nicht glauben konnten, was sie gerade erlebten und vor Schock erstarrten, war es Farage, der sich von seinen Anhängern morgens um 4 Uhr vor laufenden Kameras wie ein Popstar feiern ließ. Boris Johnson zog sich derweil diskret zurück und genoss ein paar Stündchen später das gewonnene Privatduell zwischen ihm und dem britischen Premier David Cameron bei einem Cricket Match mit dem Earl of Spencer.

Es gab ja was zu feiern! Ihre selbstinszenierte Tragödie sah man ihnen nicht wirklich an. Wenn man Farage an den Mikrofonen, und Johnson mit seinem Freizeitgrinsen beobachtete, konnte man glatt auf die Idee kommen, für die beiden Snobs war eigentlich alles nur ein Spiel. Während der eine beschlipst gestylt im Blitzlichtgewitter der Fotografen den Menschen seinen Anti-EU- Schwachsinn verkaufte, ließ der andere Clown, der sich zu Höherem berufen fühlt, auf seinen ebenso medienwirksamen Busreisen in die Elendsgebiete Nordenglands seinen Hetzparolen für den Brexit freien Lauf. Eigentlich ein Superteam. Wenn da nicht der Rest einer EU wäre. Die lästigen Partner vom Festland. Die, die ihr Königreich jahrzehntelang finanziell auf den Beinen hielten. Sie fanden das gar nicht lustig, was die beiden Populisten mit ihrem egomanischen Spieltrieb in mühsamer Hetzarbeit angeleiert hatten. Als es hieß, Verantwortung zu übernehmen, suchten beide das Weite. Trotz ihrer begrenzten Denkmöglichkeiten dämmerte es ihnen wohl allmählich, dass sie die Rechnung ohne den Wirt gemacht hatten. Denn erst jetzt sollten die Stunden der Wahrheit anstehen. Und die werden für die Briten beileibe nicht so lustig ausgehen, wie die Herren Farage und Johnson sich das gewünscht haben. – Die britische Premierministerin Theresa May und die Bank von England wissen mittlerweile ein Lied davon zu singen, dessen bittere Strophen immer mehr und länger werden.

Das perverse an diesem bitterbösen Spiel ist, dass beide Herren nie ernsthaft mit einem Brexit gerechnet hatten. Eigentlich hielten ihn beide für Blödsinn. Hatten sie doch eher im Hinterkopf bei einem Machtwechsel bei den Tories erste Wahl zu sein. Wie jämmerlich man sich doch irren kann. -

Da haben Goldanleger mehr Weitsicht. Vor allem brauchen sie nicht das Spiel mit dem Feuer. Ihr kluges Handeln von heute, garantiert ihnen Absicherung für morgen. Das wohltuende Gegenteil von jämmerlich! Thomas Straub / valvero Sachwerte GmbH, Berlin



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